Linolschnitt in Hamburg

Ein eigenes Motiv schnitzen und damit eine kleine Druckserie herstellen

Ein falscher Strich auf Papier lässt sich radieren. Beim Linolschnitt ist die Entscheidung endgültiger. Sobald die scharfe Klinge durch das Linoleum geführt wurde, ist das Material entfernt und genau diese Stelle wird später keine Druckfarbe mehr übertragen. Wer in Hamburg einen eigenen Linolschnitt anfertigt, merkt deshalb ziemlich schnell, dass man beim Drucken anders denken muss als beim Zeichnen.

Bei the blank space entsteht innerhalb von rund drei Stunden eine eigene kleine Druckgrafik. Das Motiv wird zunächst entwickelt und auf eine Linolplatte im Format DIN A6 übertragen. Danach beginnt die eigentliche Handarbeit. Mit speziellen Schnitzwerkzeugen werden Linien und Flächen aus der Platte herausgearbeitet, bis nur noch diejenigen Bereiche stehen bleiben, die später Farbe auf das Papier bringen sollen.

Anschließend wird die Platte eingefärbt und gedruckt. Aus einem einzigen selbst geschnittenen Motiv entstehen auf diese Weise mehrere Abzüge. Fünf eigene Prints gehören zum Workshop, und auch die Linolplatte darf anschließend mit nach Hause.

Beim Linolschnitt muss man das Bild rückwärts denken

Das Prinzip des Linolschnitts ist zunächst erstaunlich einfach.

Die erhöhten Stellen der Platte werden eingefärbt und übertragen beim Drucken die Farbe auf das Papier. Alles, was zuvor herausgeschnitten wurde, bleibt frei.

Damit gehört der Linolschnitt zu den Hochdruckverfahren. Das bekannteste historische Beispiel für dieses Prinzip ist der Holzschnitt. Auch dort werden diejenigen Bereiche entfernt, die später nicht gedruckt werden sollen.

Beim Linoleum lässt sich das Material allerdings gleichmäßiger bearbeiten als Holz, weil keine Maserung die Schnittrichtung vorgibt. Dadurch eignet es sich besonders gut, um die Technik erstmals auszuprobieren.

Die eigentliche Herausforderung beginnt im Kopf.

Denn beim Schnitzen arbeitet man gewissermaßen am Negativ des späteren Bildes. Wer eine helle Linie haben möchte, muss sie aus der Platte schneiden. Eine dunkle Fläche dagegen muss stehen bleiben.

Hinzu kommt, dass der fertige Abdruck spiegelverkehrt erscheint.

Bei einem abstrakten Motiv fällt das möglicherweise kaum auf. Sobald Buchstaben, Zahlen oder eine eindeutig gerichtete Darstellung ins Spiel kommen, wird es entscheidend. Ein Wort muss auf der Platte spiegelverkehrt angelegt werden, damit es auf dem Papier anschließend richtig herum erscheint.

Genau dieses Umdenken macht den Linolschnitt interessanter, als sein vergleichsweise einfaches Material zunächst vermuten lässt.

Vom Entwurf zur Druckplatte

Am Anfang steht das Motiv.

Im Workshop kann eine eigene Idee entwickelt oder mit einer geeigneten Vorlage gearbeitet werden. Für den ersten Linolschnitt sind klare Formen oft dankbarer als extrem kleinteilige Zeichnungen. Schließlich muss jede Linie anschließend tatsächlich mit dem Werkzeug aus dem Material herausgearbeitet werden.

Ist der Entwurf festgelegt, wird er auf die Linolplatte übertragen.

Dann beginnt das Schnitzen.

Dafür kommen spezielle Linolwerkzeuge mit unterschiedlich geformten Schneiden zum Einsatz. Mit schmalen Klingen lassen sich feine Linien herausarbeiten, breitere Werkzeuge nehmen größere Flächen weg.

Dabei verändert sich das Bild Schritt für Schritt.

Was auf dem Entwurf noch eine Zeichnung war, wird zu einer Oberfläche aus Vertiefungen und stehen gebliebenen Bereichen. Erst diese Struktur entscheidet darüber, wie der spätere Druck aussieht.

Vorkenntnisse braucht man dafür nicht. Die Technik und der sichere Umgang mit den Werkzeugen werden im Workshop erklärt.

Der spannendste Moment kommt mit der Farbe

Eine fertig geschnitzte Linolplatte sieht noch nicht unbedingt spektakulär aus.

Das ändert sich beim ersten Druck.

Die Farbe wird gleichmäßig auf die erhabenen Bereiche der Platte aufgetragen. Anschließend trifft die eingefärbte Oberfläche auf das Papier.

Erst beim Abziehen des Bogens zeigt sich vollständig, was während der vergangenen Stunden entstanden ist.

Plötzlich wird aus den eingeschnittenen Linien ein fertiges Bild.

Dabei können auch kleine Unregelmäßigkeiten interessant sein. Handgedruckte Grafiken besitzen nicht zwangsläufig die vollkommen identische Oberfläche eines industriellen Drucks. Farbauftrag, Papier und Druck beeinflussen das Ergebnis.

Gerade darin liegt ein Teil ihres Reizes.

Man erkennt, dass das Bild tatsächlich gedruckt wurde.

Eine Platte, mehrere Originale

Ein wesentlicher Unterschied zur Zeichnung oder Malerei liegt darin, dass die selbst geschnittene Platte mehrfach verwendet werden kann.

Genau dafür wurden Drucktechniken schließlich entwickelt.

Statt ein Motiv jedes Mal neu zu zeichnen, lässt sich mit derselben Druckform eine Serie herstellen. Beim Linolschnitt wird damit aus einer einzigen handwerklichen Arbeit die Grundlage für mehrere Bilder.

Im Hamburger Workshop entstehen fünf eigene Abzüge.

Dabei können unterschiedliche Druckfarben und Papiere ausprobiert werden. Schon dadurch kann sich die Wirkung desselben Motivs deutlich verändern.

Ein kräftiger dunkler Druck auf hellem Papier wirkt anders als dieselbe Platte mit einer anderen Farbe oder einem andersfarbigen Untergrund.

Wer anschließend zu Hause weiterarbeiten möchte, hat dafür das wichtigste Werkzeug bereits dabei: die eigene Druckplatte.

Warum Linoleum überhaupt zum Kunstmaterial wurde

Linoleum wurde ursprünglich nicht für Künstler entwickelt.

Das Material entstand im 19. Jahrhundert und wurde vor allem als robuster Bodenbelag bekannt. Seine relativ glatte, homogene Oberfläche machte es später jedoch auch für Druckgrafiker interessant.

Im Gegensatz zum Holzschnitt gibt es keine Holzmaserung, gegen die gearbeitet werden muss. Das Material lässt sich vergleichsweise kontrolliert schneiden und ermöglicht sowohl klare Flächen als auch feine Linien.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann der Linolschnitt zunehmend als künstlerisches Druckverfahren an Bedeutung.

Auch bedeutende Künstler experimentierten damit. Pablo Picasso beschäftigte sich intensiv mit Linolschnitten und entwickelte unter anderem mehrfarbige Arbeiten, bei denen die Technik weit über den einfachen einfarbigen Schul Linolschnitt hinausging.

Das Grundprinzip blieb jedoch dasselbe: schneiden, einfärben, drucken.

Und genau dieses Prinzip lässt sich im Workshop selbst nachvollziehen.

Warum der erste Druck selten einfach nur eine Kopie des Entwurfs ist

Wer zum ersten Mal eine Druckplatte schneidet, erlebt häufig eine kleine Überraschung.

Der fertige Druck entspricht zwar dem entworfenen Motiv, wirkt aber trotzdem anders.

Linien bekommen durch das Schnitzwerkzeug einen eigenen Charakter. Kleine Flächen verändern sich. Zwischen schwarzen beziehungsweise farbigen Bereichen und den ausgesparten Stellen entsteht ein stärkerer Kontrast als bei vielen Zeichnungen.

Das Verfahren zwingt zur Vereinfachung.

Dadurch bekommen Linolschnitte häufig ihre typische grafische Wirkung.

Gerade Menschen, die von sich behaupten, nicht besonders gut zeichnen zu können, müssen deshalb keine Angst vor dem Workshop haben. Ein gelungenes Druckmotiv muss keine perfekte realistische Zeichnung sein. Klare Formen, einfache Muster, Pflanzen, Tiere, Symbole oder typografische Ideen können sich hervorragend eignen.

Fünf Drucke und die eigene Platte gehen mit nach Hause

Nach ungefähr drei Stunden ist die Arbeit nicht nur ausprobiert, sondern tatsächlich abgeschlossen.

Zum Workshop gehören sämtliche benötigten Materialien für ein Motiv sowie fünf eigene Drucke.

Auch die selbst geschnitzte Linolplatte nimmt man mit.

Das ist ein schönes Detail, weil das Projekt damit nicht im Atelier endet. Die Platte kann später erneut eingefärbt werden, um weitere Abzüge anzufertigen.

Aus einem Workshop kann so eine ganze kleine Serie entstehen.

Und wer Gefallen an der Technik gefunden hat, besitzt bereits sein erstes eigenes Druckmotiv.

Linolschnitt und Lithografie sind zwei völlig unterschiedliche Verfahren

In unserer Sammlung außergewöhnlicher Unternehmungen taucht später noch eine zweite Form der Druckgrafik auf: die Lithografie.

Trotzdem handelt es sich nicht um eine Wiederholung.

Beim Linolschnitt wird Material tatsächlich aus einer Platte herausgeschnitten. Gedruckt werden anschließend die erhöht stehen gebliebenen Flächen. Deshalb spricht man von Hochdruck.

Die Lithografie funktioniert technisch vollkommen anders. Sie gehört zum Flachdruck und beruht auf dem unterschiedlichen Verhalten von Fett und Wasser. Traditionell wird dafür auf einen speziellen Kalkstein gezeichnet.

Wer beide Techniken ausprobiert, erlebt deshalb zwei grundverschiedene Wege, ein Bild zu vervielfältigen.

Für wen ist der Linolschnitt geeignet?

Der Workshop passt zu Menschen, die gerne gestalten und einmal eine traditionelle Drucktechnik praktisch kennenlernen möchten.

Besonders interessant ist er für alle, die sonst zeichnen, illustrieren oder fotografieren und erleben möchten, wie stark sich ein Motiv verändert, wenn es für eine Druckplatte reduziert werden muss.

Eine künstlerische Ausbildung oder Erfahrung mit Linolschnitt ist nicht notwendig.

Auch wer seit dem Kunstunterricht in der Schule kein Schnitzwerkzeug mehr in der Hand hatte, kann einsteigen.

Weil am Ende mehrere fertige Drucke entstehen, eignet sich die Technik außerdem hervorragend für persönliche Karten, kleine Bilder oder selbst gestaltete Geschenke.

Preisklasse

€

Der Workshop kostet aktuell 59 Euro pro Person.

Enthalten sind die benötigten Materialien für ein Motiv sowie fünf eigene Drucke. Die selbst geschnitzte Linolplatte kann ebenfalls mitgenommen werden.

Der Workshop dauert ungefähr drei Stunden.

Da Preise und Termine geändert werden können, sollte vor der Buchung der aktuell ausgeschriebene Workshop geprüft werden.

Termine und Buchung

the blank space bietet den Linolschnitt Workshop zu festgelegten Terminen in Hamburg an. Auch für Oktober 2026 sind Termine veröffentlicht.

Eine vorherige Buchung ist erforderlich.

Seit dem 1. Oktober findet der Workshop nach aktuellen Angaben am neuen Standort im Alten Weg in Hamburg statt.

Wer einen bestimmten Termin plant, sollte vor der Anreise noch einmal Veranstaltungsort und Uhrzeit kontrollieren.

Framania Fazit

Am Anfang liegt eine unscheinbare Linolplatte auf dem Tisch. Drei Stunden später ist daraus etwas geworden, das gleichzeitig Werkzeug und Kunstwerk ist.

Das eigentlich Spannende passiert dazwischen.

Man muss lernen, nicht nur das gewünschte Bild zu sehen, sondern darüber nachzudenken, welche Stellen davon überhaupt gedruckt werden sollen. Helle Bereiche werden weggeschnitten, dunkle bleiben stehen. Schrift muss spiegelverkehrt gedacht werden. Und manche Entscheidung lässt sich nach dem Schnitt nicht mehr zurücknehmen.

Erst beim ersten Abdruck zeigt sich, ob diese Überlegungen funktioniert haben.

Dann wird die Platte vom Papier gehoben und das Motiv erscheint zum ersten Mal richtig herum.

Genau dieser Augenblick macht verständlich, warum Druckgrafik etwas anderes ist als Zeichnen oder Malen. Das Bild entsteht nicht direkt auf seinem endgültigen Untergrund. Dazwischen liegt eine selbst hergestellte Druckform.

Und weil diese Form anschließend mit nach Hause kommt, bleibt es nicht zwangsläufig bei den fünf Drucken aus dem Workshop.

Vielleicht hängt einer später an der Wand.

Die anderen vier können verschenkt werden.

Und die Platte wartet bereits auf den sechsten.

Adresse & Informationen

the blank space
Alter Weg 12a
22525 Hamburg

Erlebnis: eigenes Motiv als Linolschnitt gestalten und selbst drucken
Technik: Hochdruck mit einer selbst geschnitzten Linolplatte
Format der Platte: DIN A6
Dauer: etwa 3 Stunden
Preis: aktuell 59 Euro pro Person
Enthalten: Materialien für ein Motiv und fünf eigene Drucke
Zum Mitnehmen: fünf Prints und die selbst geschnittene Linolplatte
Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Buchung: vorherige Anmeldung zu einem ausgeschriebenen Workshoptermin erforderlich
Besonderheit: vom eigenen Entwurf über das Schnitzen und Einfärben bis zum fertigen Druck wird der gesamte Prozess selbst ausgeführt