Glas selbst blasen in Waren an der Müritz
Wenn Atem und Hitze aus Glas eine Form entstehen lassen
Das Glas glüht, ist weich und für einen kurzen Moment formbar. Jetzt muss alles zusammenpassen: drehen, beobachten, vorsichtig Luft hineinblasen. Zu wenig verändert kaum etwas, zu viel kann die Form in eine völlig andere Richtung treiben.
In der Mecklenburgischen Glaswerkstatt in Waren an der Müritz kann man erleben, wie anspruchsvoll ein Handwerk ist, das bei erfahrenen Glasbläsern beinahe mühelos aussieht. Besucher können sich hier nach Angaben der Werkstatt auch selbst im Glasblasen versuchen.
Das macht den Unterschied.
Man steht nicht ausschließlich vor dem Ofen und beobachtet einen Handwerker bei der Arbeit, sondern bekommt die Möglichkeit, selbst zu erfahren, wie sich heißes Glas mit Atem und Bewegung beeinflussen lässt.
Und kaum ein Ort in Mecklenburg-Vorpommern passt dafür besser als die Müritzregion. Glas wurde hier schon vor Jahrhunderten hergestellt.
Wie funktioniert Glasblasen überhaupt?
Glas wirkt im Alltag hart, kühl und unveränderlich.
Bei sehr hohen Temperaturen zeigt das Material eine völlig andere Seite. Die heiße Glasmasse wird zähflüssig und kann verarbeitet und geformt werden.
Beim traditionellen Glasblasen wird eine Portion heißen Glases mit einem langen Metallrohr, der Glasmacherpfeife, aufgenommen. Durch kontinuierliches Drehen wird verhindert, dass die weiche Masse unkontrolliert absackt.
Dann kommt der Atem ins Spiel.
Durch die Pfeife wird vorsichtig Luft in das heiße Glas geblasen. Im Inneren bildet sich eine Blase, die sich vergrößert und deren Form während der Arbeit weiter beeinflusst werden kann.
Was beim Zuschauen erstaunlich leicht aussieht, verlangt in Wirklichkeit Erfahrung, Timing und ein ausgeprägtes Gefühl für das Material.
Denn Glas wartet nicht.
Es verändert seine Temperatur und damit auch seine Verformbarkeit während der Arbeit ständig.
Glasblasen selbst ausprobieren
Die Mecklenburgische Glaswerkstatt beschreibt ausdrücklich, dass Besucher sich selbst im Glasblasen versuchen können.
Dabei geht es nicht darum, nach wenigen Minuten das Handwerk eines professionellen Glasbläsers zu beherrschen. Die Arbeit mit heißem Glas verlangt jahrelange Erfahrung.
Der Reiz liegt vielmehr im ersten eigenen Kontakt mit dem Material.
Unter fachlicher Begleitung erlebt man, wie aus heißem Glas durch Luft und kontrollierte Bewegung eine Form entstehen kann.
Gerade dieser Moment macht das Glasblasen für unsere Sammlung außergewöhnlicher Unternehmungen interessant.
Ein fertiges Glas hält fast jeder täglich in der Hand. Aber nur wenige Menschen haben jemals selbst durch eine Glasmacherpfeife geblasen und erlebt, wie sich das Material dabei verändert.
Warum Glasblasen so viel schwieriger ist, als es aussieht
Wer einem erfahrenen Glasbläser zusieht, könnte glauben, das Material folge einfach seinen Händen.
Tatsächlich muss der Handwerker permanent auf das Glas reagieren.
Temperatur, Schwerkraft, Drehgeschwindigkeit und Luftdruck wirken gleichzeitig auf das Werkstück ein. Während die Glasmasse heiß und weich ist, kann sie geformt werden. Kühlt sie zu stark ab, verändert sich ihr Verhalten.
Deshalb wird während der Arbeit immer wieder erhitzt, gedreht und kontrolliert.
Auch der eigene Atem muss dosiert werden.
Es geht nicht darum, möglichst kräftig in die Pfeife zu blasen. Entscheidend ist, mit Gefühl Druck aufzubauen und gleichzeitig zu beobachten, was mit der Glasblase geschieht.
Schon der erste eigene Versuch vermittelt deshalb etwas, das beim Betrachten fertiger Glasobjekte kaum sichtbar ist: wie viele Entscheidungen innerhalb weniger Augenblicke getroffen werden müssen.
Was ist das Besondere an der Mecklenburgischen Glaswerkstatt?
Die Werkstatt befindet sich mitten in der Warener Altstadt und verbindet Verkauf, handwerkliche Arbeit und die Vermittlung des Glasbläserhandwerks.
Besucher können Glasbläsern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und nachvollziehen, wie Glasobjekte entstehen.
Entscheidend für unsere Auswahl ist jedoch die Möglichkeit, das Glasblasen nach Angaben der Werkstatt auch selbst auszuprobieren.
Damit wird aus dem Besuch einer Schauwerkstatt ein Mitmacherlebnis.
Hinzu kommt die historische Verbindung der Region zum Glas.
Eine fast vergessene Glashüttentradition an der Müritz
Dass heute ausgerechnet in Waren wieder Glas geblasen wird, ist historisch interessant.
Die Mecklenburgische Glaswerkstatt verweist auf eine lange Tradition der Glasherstellung rund um die Müritz. Im 18. und 19. Jahrhundert existierten in der Region demnach etwa 21 Glashütten.
Ihre Standorte hingen eng mit den Voraussetzungen der damaligen Produktion zusammen.
Glashütten benötigten große Mengen Energie. Holz aus den umliegenden Wäldern war deshalb ein wichtiger Rohstoff für die Befeuerung der Öfen. Auch weitere für die Glasherstellung benötigte Materialien mussten verfügbar sein.
Die alten Hütten verschwanden mit der Zeit.
Das Handwerk selbst lässt sich in Waren heute wieder unmittelbar erleben.
Dadurch bekommt der Besuch eine zusätzliche Ebene: Man probiert nicht irgendeine beliebige Kreativtechnik aus, sondern begegnet einem Handwerk, das zur Wirtschaftsgeschichte dieser Landschaft gehört.
Vom Sand zum durchsichtigen Werkstoff
Glas wirkt so selbstverständlich, dass seine Ausgangsstoffe leicht vergessen werden.
Vereinfacht gesagt bildet Quarzsand beziehungsweise das darin enthaltene Siliziumdioxid einen wesentlichen Grundstoff vieler Gläser. Weitere Bestandteile beeinflussen unter anderem Schmelzverhalten und Eigenschaften des späteren Materials.
Erst bei sehr hohen Temperaturen entsteht eine verarbeitbare Schmelze.
Für handwerklich geblasenes Glas beginnt danach die eigentliche Kunst: Die heiße Masse muss aufgenommen, bewegt und kontrolliert geformt werden.
Die Werkstatt macht diesen Prozess sichtbar.
Und wer selbst an die Glasmacherpfeife darf, erlebt zumindest einen entscheidenden Teil davon unmittelbar.
Für wen ist das Glasblasen geeignet?
Das Erlebnis ist besonders interessant für Menschen, die traditionelles Handwerk gern praktisch kennenlernen.
Wer Manufakturen liebt, sich für Materialien interessiert oder bei einem Stadtbesuch lieber etwas ausprobiert, statt ausschließlich Sehenswürdigkeiten abzulaufen, dürfte hier richtig sein.
Auch für Familien kann der Blick in eine Glaswerkstatt spannend sein. Ob und unter welchen Bedingungen Kinder selbst an einer Mitmachaktion teilnehmen können, sollte allerdings vorab direkt mit der Werkstatt geklärt werden.
Das gilt generell für das Selberblasen.
Die Mecklenburgische Glaswerkstatt nennt diese Möglichkeit ausdrücklich, veröffentlicht sie derzeit jedoch nicht als täglich stattfindenden Workshop mit einem durchgehenden festen Terminplan.
Wer eigens wegen des eigenen Glasbläser-Versuchs nach Waren fährt, sollte deshalb vorher Kontakt aufnehmen.
Sicherheit geht vor
Heißes Glas ist kein gewöhnliches Bastelmaterial.
Die Temperaturen, mit denen beim Glasblasen gearbeitet wird, machen fachkundige Anleitung zwingend erforderlich.
Deshalb sollte das Erlebnis ausschließlich in der dafür eingerichteten Werkstatt und unter Begleitung des Fachpersonals stattfinden.
Welche Arbeitsschritte Besucher selbst übernehmen können, hängt von der jeweiligen Mitmachaktion und den Sicherheitsbedingungen vor Ort ab.
Gerade diese Nähe zum echten Handwerk unterscheidet das Glasblasen von vielen gewöhnlichen Kreativkursen.
Man arbeitet mit einem Material, das Respekt verlangt.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für den Besuch der Glaswerkstatt sollte man nicht nur den eigentlichen eigenen Versuch einkalkulieren.
Interessant ist gerade die Kombination aus Zuschauen, Verstehen und anschließendem Ausprobieren. Wer die Gelegenheit hat, zunächst einen erfahrenen Glasbläser zu beobachten, erkennt beim eigenen Versuch wesentlich schneller, welche Bewegungen zuvor so selbstverständlich ausgesehen haben.
Eine verbindliche Dauer für das Selberblasen veröffentlicht die Werkstatt derzeit nicht als standardisierten Workshop.
Deshalb sollte bei der Terminabsprache direkt geklärt werden, wie viel Zeit für das jeweilige Mitmachangebot vorgesehen ist.
Preisklasse
€–€€
Für das eigene Glasblasen wird derzeit kein allgemeingültiger, dauerhaft veröffentlichter Standardpreis ausgewiesen.
Das ist kein Detail, das wir für Framania einfach schätzen sollten.
Wer selbst Glas blasen möchte, sollte deshalb vor dem Besuch direkt bei der Mecklenburgischen Glaswerkstatt nachfragen, welche Mitmachmöglichkeit aktuell angeboten wird, was dabei hergestellt werden kann und welche Kosten entstehen.
So bleibt die Information auch dann korrekt, wenn sich einzelne Angebote oder Konditionen ändern.
Vorher unbedingt Termin und Glasbläser bestätigen lassen
Dieser Hinweis ist bei dieser Unternehmung besonders wichtig.
Die Werkstatt existiert und nennt das eigene Ausprobieren des Glasblasens ausdrücklich als Möglichkeit. Gleichzeitig wird die Anwesenheit eines Glasbläsers nicht für jedes touristische Angebot und jeden beliebigen Besuchstag garantiert.
Das Selberblasen sollte deshalb nicht als spontanes Dauerangebot eingeplant werden.
Wer genau deswegen nach Waren fährt, sollte vor der Anreise telefonisch oder schriftlich klären, ob am gewünschten Tag ein Glasbläser vor Ort ist und ob ein eigener Versuch möglich ist.
Für unsere Auswahl ist das kein Ausschlusskriterium. Es macht die Unternehmung lediglich zu einem Erlebnis, das etwas Vorbereitung verlangt.
Mitten in der Altstadt von Waren
Die Mecklenburgische Glaswerkstatt liegt in der Strandstraße in der historischen Altstadt von Waren.
Damit lässt sich der Besuch gut mit einem Tag an der Müritz verbinden.
Der Hafen und die Altstadt liegen in unmittelbarer Umgebung. Wer ohnehin in Waren unterwegs ist, bekommt mit der Glaswerkstatt eine ungewöhnliche Ergänzung zu den klassischen Ausflugszielen der Region.
Statt die Müritz ausschließlich vom Wasser oder vom Ufer aus zu erleben, lässt sich hier ein Stück regionaler Handwerksgeschichte entdecken.
Framania-Fazit
Beim Glasblasen passiert etwas Faszinierendes: Ein Material, das wir ausschließlich als hart und zerbrechlich kennen, verhält sich plötzlich weich und beinahe lebendig.
Genau diesen Moment würden wir hier suchen.
Nicht nur vor dem Glasbläser stehen und staunen, wie selbstverständlich er mit der glühenden Masse umgeht. Sondern selbst die Pfeife ansetzen und erleben, dass ein einziger Atemzug tatsächlich etwas verändert.
Dazu kommt in Waren ein historischer Zusammenhang, der dem Erlebnis Tiefe gibt. Die Müritzregion besaß einst zahlreiche Glashütten. Heute kann man mitten in der Warener Altstadt wieder beobachten, wie dieses alte Handwerk funktioniert.
Für uns ist das genau die Art außergewöhnlicher Unternehmung, die in diese Sammlung gehört: ein Material, das jeder kennt, ein Handwerk, das kaum jemand beherrscht – und die seltene Gelegenheit, es einmal selbst auszuprobieren.
Nur eines sollte man nicht dem Zufall überlassen: vorher anrufen und den eigenen Termin mit dem Glasbläser bestätigen lassen.
Adresse & Informationen
Mecklenburgische Glaswerkstatt
Strandstraße 3
17192 Waren (Müritz)
Erlebnis: Glasblasen selbst ausprobieren und Glasbläsern bei der Arbeit zusehen
Handwerk: traditionelles Glasblasen an der Glasmacherpfeife
Besonderheit: Verbindung zur historischen Glashüttentradition der Müritzregion
Mitmachmöglichkeit: laut Werkstatt grundsätzlich möglich
Dauer: abhängig vom vereinbarten Mitmachangebot
Preis: aktuell kein verbindlicher Standardpreis für das Selberblasen veröffentlicht
Vorkenntnisse: für einen begleiteten ersten Versuch nicht erforderlich
Kinder: Möglichkeiten und Altersvoraussetzungen vorab erfragen
Sicherheit: eigenes Arbeiten ausschließlich unter fachlicher Anleitung
Buchung: vor der Anreise unbedingt Termin, Anwesenheit des Glasbläsers und Möglichkeit zum Selberblasen bestätigen lassen