Siebdruck Workshop in Hamburg
Ein eigenes Motiv auf T-Shirt oder Stoff drucken
Das Sieb hebt sich vom Stoff und darunter liegt zum ersten Mal das eigene Motiv. Keine Folie wurde aufgeklebt und kein Bild von einem Digitaldrucker ausgespuckt. Die Farbe ist durch ein feinmaschiges Gewebe direkt auf das Textil gedrückt worden. Genau dieser Moment macht verständlich, weshalb der Siebdruck trotz moderner Drucktechnik bis heute von Künstlern, Designern und kleinen Modelabels verwendet wird.
Bei Frohstoff in Hamburg kann man das Verfahren selbst ausprobieren und dabei wesentlich mehr kennenlernen als den letzten Druckvorgang. Im Siebdruckkurs geht es um den gesamten Weg vom Motiv bis zum fertigen Print. Das Sieb wird vorbereitet, das eigene Motiv darauf belichtet und anschließend tatsächlich damit gedruckt. Als Untergrund kommen Stoff und Papier infrage, und wer möchte, kann ein eigenes Kleidungsstück mitbringen.
Damit entsteht am Ende kein vorgegebenes Workshopprodukt, das bei allen Teilnehmern gleich aussieht. Das Motiv und der Untergrund bestimmen, was aus dem eigenen Projekt wird.
Warum man für einen Siebdruck überhaupt ein Sieb braucht
Der Name beschreibt das entscheidende Werkzeug bereits ziemlich genau.
Beim Siebdruck wird Farbe durch ein sehr fein gespanntes Gewebe auf den darunterliegenden Untergrund gedrückt. Früher bestand dieses Gewebe häufig aus Seide, weshalb im Englischen noch heute der Begriff „silkscreen“ gebräuchlich ist. Moderne Drucksiebe werden in der Regel mit synthetischen Geweben bespannt.
Das Sieb allein würde allerdings zunächst überall Farbe hindurchlassen.
Deshalb müssen diejenigen Stellen verschlossen werden, an denen später keine Farbe auf dem Stoff erscheinen soll.
Genau daraus entsteht die Druckform.
Die offenen Bereiche des Gewebes entsprechen dem Motiv. Dort kann die Druckfarbe hindurch. Die übrigen Bereiche bleiben gesperrt.
Anders als beim Linolschnitt muss dafür nichts aus einer Druckplatte herausgeschnitzt werden. Das Bild entsteht über offene und geschlossene Bereiche eines Gewebes.
Das eigene Motiv wird auf das Sieb belichtet
Einer der interessantesten Arbeitsschritte findet statt, bevor überhaupt Farbe auf den Tisch kommt.
Das Sieb wird mit einer lichtempfindlichen Beschichtung vorbereitet. Anschließend wird das gewünschte Motiv auf das Sieb übertragen und belichtet.
Dabei sorgt das Motiv dafür, dass bestimmte Bereiche vor dem Licht geschützt bleiben. Nach der weiteren Bearbeitung entstehen dort die offenen Stellen, durch die später die Druckfarbe gelangen kann.
Das klingt zunächst technisch und ist tatsächlich einer der entscheidenden Unterschiede zu vielen anderen Druckverfahren.
Man zeichnet das Bild nicht direkt auf ein T-Shirt.
Man stellt zunächst ein Werkzeug her, mit dem dieses Bild anschließend immer wieder gedruckt werden kann.
Wer einen eigenen Entwurf verwenden möchte, lernt dadurch automatisch, welche Motive für den Siebdruck geeignet sind und wie eine Vorlage vorbereitet werden muss.
Dann kommt die Rakel
Ist das Sieb fertig vorbereitet, beginnt der eigentliche Druck.
Das Textil oder Papier wird unter dem Sieb positioniert. Anschließend kommt Druckfarbe auf das Gewebe.
Mit einer Rakel wird sie kontrolliert über das Sieb gezogen.
Dabei presst die Rakel die Farbe durch diejenigen Bereiche des Gewebes, die durch das Motiv geöffnet wurden.
Was sich in wenigen Sekunden erledigen lässt, verlangt trotzdem Gefühl. Druck, Winkel, Farbmenge und Bewegung beeinflussen das Ergebnis.
Dann wird das Sieb angehoben.
Erst jetzt erscheint der vollständige Druck.
Wer noch nie selbst siebgedruckt hat, erlebt dabei einen bemerkenswerten Unterschied zum Arbeiten am Computer. Dort ist das Motiv permanent sichtbar. Beim Siebdruck entsteht das endgültige Bild erst in dem Moment, in dem Farbe, Sieb und Untergrund zusammenkommen.
Das eigene Kleidungsstück wird zur Druckfläche
Besonders interessant wird der Workshop, wenn nicht nur auf bereitgestelltem Material gearbeitet wird.
Eigene Textilien können mitgebracht werden.
Damit lässt sich beispielsweise ein schlichtes T-Shirt, ein Sweatshirt oder ein anderes geeignetes Kleidungsstück mit einem selbst entwickelten Motiv verändern.
Aus einem gewöhnlichen Textil wird dadurch ein Einzelstück.
Natürlich muss das Material für die verwendete Drucktechnik geeignet sein. Wer ein bestimmtes Kleidungsstück bedrucken möchte, sollte deshalb vor dem Workshop prüfen, welche Stoffe und Oberflächen empfohlen werden.
Gerade diese Möglichkeit unterscheidet den Textilsiebdruck deutlich von unserer Linolschnitt Aktion.
Dort entsteht eine Druckgrafik auf Papier.
Hier kann das Bild anschließend getragen werden.
Warum der Siebdruck für Mode so interessant wurde
Siebdruck lässt sich auf sehr unterschiedliche Materialien anwenden. Neben Papier können unter anderem Textilien, Kunststoffe und andere Oberflächen bedruckt werden.
Für Kleidung wurde das Verfahren besonders interessant, weil sich Motive damit vergleichsweise reproduzierbar auf Stoff übertragen lassen.
Ein einmal vorbereitetes Sieb kann mehrfach verwendet werden.
Damit liegt zwischen einem handgefertigten Einzelstück und einer kleinen Serie nur ein weiterer Druckvorgang.
Genau deshalb spielt Siebdruck bis heute bei Bandshirts, Streetwear, kleinen Modelabels und Merchandise eine wichtige Rolle.
Das Verfahren erlaubt klare, kräftige Farbflächen und besitzt gleichzeitig einen handwerklichen Charakter, der bei einem rein digitalen Textildruck fehlt.
Auch die Kunst entdeckte das Verfahren
Dass Siebdruck weit mehr sein kann als eine industrielle Drucktechnik, zeigte spätestens die Pop Art.
Besonders eng ist das Verfahren mit Andy Warhol verbunden. Seine seriellen Arbeiten mit wiederkehrenden Motiven machten einen Teil der Ästhetik des Siebdrucks selbst zum künstlerischen Thema.
Bilder konnten wiederholt, verändert und in unterschiedlichen Farben neu zusammengesetzt werden.
Genau diese Möglichkeit steckt grundsätzlich in jedem vorbereiteten Sieb.
Ein Motiv muss nicht nur einmal gedruckt werden.
Es kann auf unterschiedlichen Papieren erscheinen, auf Textilien übertragen oder mit verschiedenen Farben immer wieder anders interpretiert werden.
Im Hamburger Workshop beginnt diese Erfahrung wesentlich kleiner. Das Prinzip dahinter ist jedoch dasselbe.
Mehrfarbiger Siebdruck wird schnell anspruchsvoll
Ein einzelnes Motiv in einer Farbe vermittelt das Grundprinzip sehr gut.
Sobald mehrere Farben präzise miteinander kombiniert werden sollen, wird das Verfahren anspruchsvoller.
Für unterschiedliche Farbebenen werden in der Regel entsprechend vorbereitete Druckformen benötigt. Beim Drucken müssen diese anschließend so ausgerichtet werden, dass die einzelnen Farben exakt zueinander passen.
Schon eine kleine Verschiebung kann sichtbar werden.
Das erklärt, weshalb ein scheinbar schlichtes mehrfarbiges Shirt handwerklich erheblich komplexer sein kann, als es auf den ersten Blick aussieht.
Wer im Workshop zunächst einen eigenen Druck hergestellt hat, betrachtet professionell produzierte Siebdrucke anschließend wahrscheinlich etwas genauer.
Warum der Druck nicht vollkommen industriell aussehen muss
Handsiebdruck lebt nicht davon, eine industrielle Maschine möglichst perfekt zu imitieren.
Natürlich soll das Motiv sauber übertragen werden. Trotzdem bleibt der Vorgang handwerklich.
Die Rakel wird von Hand geführt, das Textil positioniert und die Farbe manuell aufgebracht.
Dadurch können minimale Unterschiede zwischen einzelnen Abzügen entstehen.
Gerade bei kleinen Editionen gehört das zum Charakter des Verfahrens.
Wer mehrere Stücke mit demselben Motiv druckt, produziert deshalb keine digitalen Klone. Es bleiben handgefertigte Drucke auf unterschiedlichen Untergründen.
Vom Motiv zur kleinen eigenen Serie
Der eigentliche Vorteil des Siebes zeigt sich, wenn mehr als ein Druck entstehen soll.
Ist die Druckform einmal hergestellt, lässt sich das Motiv erneut verwenden.
Damit kann aus einem Entwurf eine kleine Serie werden.
Ein Motiv könnte beispielsweise zunächst auf Papier getestet und später auf ein Textil übertragen werden. Unterschiedliche Farben verändern seine Wirkung zusätzlich.
Genau dieses Denken in Varianten gehört zum Siebdruck.
Man entwirft nicht ausschließlich ein fertiges Bild.
Man entwickelt eine Druckform, aus der unterschiedliche Ergebnisse entstehen können.
Linolschnitt, Siebdruck und Lithografie: drei vollkommen unterschiedliche Wege zum Bild
In unserer Sammlung tauchen mehrere historische beziehungsweise handwerkliche Druckverfahren auf. Das ist bewusst so gewählt.
Beim Linolschnitt wird eine Platte mit Schnitzwerkzeugen bearbeitet. Die erhöht stehen gebliebenen Bereiche nehmen Farbe an. Es handelt sich um Hochdruck.
Beim Siebdruck wird Farbe durch die offenen Bereiche eines feinmaschigen Gewebes gedrückt. Das Motiv entsteht über die vorbereitete Schablone beziehungsweise die belichtete Druckform im Sieb.
Bei der späteren Lithografie wird wiederum auf einem Stein gearbeitet. Das Verfahren beruht auf dem unterschiedlichen Verhalten von Fett und Wasser und gehört zum Flachdruck.
Man kann also dreimal ein eigenes Motiv drucken und trotzdem drei völlig unterschiedliche handwerkliche Prozesse erleben.
Für Nr. 28 konzentrieren wir uns deshalb ganz bewusst auf den Textilsiebdruck.
Für wen ist der Workshop geeignet?
Der Siebdruck Workshop passt besonders gut zu Menschen, die Gestaltung mit praktischem Handwerk verbinden möchten.
Grafikdesigner und Illustratoren können erleben, was mit einem digitalen Entwurf passiert, sobald daraus eine physische Druckform wird. Menschen, die Mode oder Streetwear mögen, können ein eigenes Kleidungsstück gestalten.
Eine professionelle gestalterische Ausbildung ist dafür nicht erforderlich.
Auch ein kompliziertes Motiv ist nicht zwingend notwendig. Gerade klare grafische Formen, Schriftzüge oder reduzierte Illustrationen können im Siebdruck ausgesprochen gut funktionieren.
Wer ein eigenes Motiv verwenden möchte, sollte sich vorher über die Anforderungen an die Vorlage informieren.
Was sollte man mitbringen?
Wer ein eigenes Textil bedrucken möchte, kann ein geeignetes Kleidungsstück mitbringen.
Da beim Siebdruck mit Farbe gearbeitet wird, empfiehlt sich außerdem Kleidung, bei der ein versehentlicher Farbfleck kein Drama wäre.
Das eigentliche Arbeitsmaterial und die notwendigen Geräte stehen im Workshop zur Verfügung.
Für die Motivvorbereitung gelten bestimmte technische Anforderungen. Wer mit einem eigenen Entwurf arbeiten möchte, sollte deshalb die aktuellen Hinweise des Ateliers vor dem Termin beachten.
Vorkenntnisse im Siebdruck sind nicht erforderlich.
Dauer und Preis
Der Siebdruckkurs bei Frohstoff dauert mehrere Stunden und führt durch die wesentlichen Arbeitsschritte von der Motivvorbereitung über die Belichtung bis zum eigenen Druck.
Da sich Kursvarianten, Umfang und Preise ändern können, sollte für die konkrete Buchung immer der aktuell ausgeschriebene Termin zugrunde gelegt werden.
Für Oktober 2026 ist ein Siebdruckkurs veröffentlicht.
Wer ein bestimmtes eigenes Textil oder Motiv mitbringen möchte, sollte die Details bereits vor dem Workshop mit den jeweiligen Kursinformationen abgleichen.
Termin und Buchung
Der aktuell geprüfte Workshop findet am 10. Oktober 2026 in Hamburg statt.
Die Plätze werden vorab vergeben, weshalb eine Anmeldung notwendig ist.
Da die Arbeitsschritte aufeinander aufbauen und insbesondere die Vorbereitung beziehungsweise Belichtung des Siebes zum Kurs gehört, handelt es sich nicht um eine offene Station, bei der man spontan für einige Minuten ein T-Shirt bedruckt.
Genau das macht den Kurs für unsere Sammlung interessant.
Man lernt nicht nur den letzten Handgriff kennen, sondern versteht, wie aus einem Entwurf überhaupt ein druckfähiges Sieb wird.
Warum wir gerade Textilsiebdruck ausgewählt haben
Siebdruck könnte problemlos ausschließlich als Kunsttechnik erzählt werden.
Für unsere Sammlung wäre das jedoch zu nah an anderen Druckerlebnissen.
Deshalb setzen wir den Schwerpunkt bewusst anders.
Hier geht es um die Verbindung aus eigenem Motiv, traditioneller Drucktechnik und einem Gegenstand, den man anschließend tatsächlich benutzen oder tragen kann.
Ein altes oder schlichtes Kleidungsstück kann dadurch eine vollkommen neue Bedeutung bekommen.
Und möglicherweise ist genau das interessanter, als im Laden das nächste bedruckte Shirt zu kaufen.
Framania Fazit
Ein bedrucktes T-Shirt gehört zu den gewöhnlichsten Kleidungsstücken überhaupt. Erst wenn man selbst vor einem Sieb steht, wird sichtbar, wie viel Technik hinter einem solchen Motiv stecken kann.
Das Bild muss vorbereitet werden. Das Sieb braucht seine Beschichtung. Das Motiv wird belichtet, die Druckfläche eingerichtet und erst danach kommt die Farbe.
Dann folgt ein Arbeitsschritt, der erstaunlich schnell vorbei ist.
Farbe auf das Sieb.
Rakel ansetzen.
Gleichmäßig ziehen.
Sieb anheben.
Darunter liegt das Motiv.
Gerade dieser Kontrast gefällt uns an diesem Workshop. Stundenlang wird vorbereitet, damit der entscheidende Druckvorgang nur wenige Augenblicke dauert.
Und wenn dafür das eigene T-Shirt unter dem Sieb liegt, ist das Ergebnis anschließend nicht nur ein Stück Druckgrafik.
Man kann es anziehen.
Adresse & Informationen
Frohstoff – Siebdruck & Textilmanufaktur
Wexstraße 38
20355 Hamburg
Erlebnis: eigenes Motiv im Siebdruck auf Stoff oder Papier übertragen
Schwerpunkt für Framania: Textilsiebdruck und eigenes Kleidungsstück gestalten
Technik: Siebdruck mit vorbereitetem und belichtetem Sieb
Workshopinhalt: Motivvorbereitung, Siebbeschichtung, Belichtung und eigener Druck
Eigene Motive: möglich, technische Vorgaben vorher beachten
Eigene Textilien: können nach den Vorgaben des Workshops mitgebracht werden
Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Aktuell geprüfter Termin: 10. Oktober 2026
Buchung: vorherige Anmeldung erforderlich
Besonderheit: Der Druck wird nicht nur ausgeführt. Die Teilnehmer lernen den Weg vom eigenen Motiv bis zur verwendbaren Druckform kennen.