Stunt-Szene selbst drehen in Hamburg

Wenn ein Schlag echt aussieht, aber keiner getroffen werden soll

Jemand holt aus.

Die Faust schießt in Richtung Gesicht. Der andere reißt den Kopf herum, taumelt zurück – und für die Kamera sieht es aus, als hätte der Schlag tatsächlich gesessen.

In Wirklichkeit sollte er das natürlich nicht.

Genau darin liegt die Kunst eines guten Filmkampfes.

In Hamburg kann man zwei Tage lang ausprobieren, wie solche Action-Szenen für Film und Fernsehen entstehen. Beim Stunt Fight Workshop von Robert Kowalewski geht es nicht darum, sich gegenseitig möglichst spektakulär zu verprügeln. Stattdessen werden Bewegungen, Reaktionen und Kampfchoreografien so aufgebaut, dass sie vor der Kamera glaubwürdig aussehen und gleichzeitig kontrolliert ausgeführt werden können.

Und anschließend bleibt es nicht beim Training.

Die Teilnehmer entwickeln eine eigene Dialog- und Kampfszene, stehen selbst vor der Kamera und bekommen später eine fertig geschnittene Filmsequenz.

Für zwei Tage wechselt man damit tatsächlich die Seite.

Vom Zuschauer zum Action-Darsteller.

Warum Filmkämpfe anders funktionieren als echte Kämpfe

Wer einen überzeugenden Faustschlag im Kino sieht, könnte meinen, die Darsteller müssten vor allem besonders gut kämpfen können.

Für einen Filmkampf gelten jedoch andere Regeln.

Die Bewegung muss für die Kamera funktionieren.

Ein Schlag kann beispielsweise am Gesicht des Gegenübers vorbeigehen und aus dem richtigen Kamerawinkel trotzdem wie ein Treffer wirken. Gleichzeitig muss die Reaktion des vermeintlich Getroffenen exakt dazu passen.

Zu früh reagiert – und der Trick wird sichtbar.

Zu spät reagiert – und der Schlag verliert seine Wirkung.

Auch Distanz, Blickrichtung, Körperhaltung und Rhythmus spielen eine Rolle.

Filmstunts sind deshalb eine Mischung aus Choreografie, Schauspiel, Körperkontrolle und Kameraverständnis.

Genau diese Verbindung macht den Workshop für unsere Sammlung interessant.

Am ersten Tag wird trainiert

Bevor eine eigene Action-Szene gedreht werden kann, müssen die Grundlagen sitzen.

Deshalb beginnt der Workshop mit praktischem Training.

Wie wird ein Schlag ausgeführt, ohne den Partner tatsächlich zu treffen? Wie reagiert der andere darauf? Wie lässt sich eine Bewegung wiederholen, damit sie bei mehreren Kameraeinstellungen möglichst gleich aussieht?

Solche Abläufe werden nicht improvisiert.

Eine Kampfsequenz wird choreografiert.

Die Beteiligten müssen wissen, welche Bewegung als Nächstes kommt und wie sie darauf reagieren.

Dabei entsteht etwas, das eher an eine körperlich anspruchsvolle Choreografie erinnert als an eine echte Auseinandersetzung.

Timing entscheidet darüber, ob wir den Trick glauben

Film ist voller Illusionen.

Beim Filmkampf entsteht ein großer Teil davon durch Timing.

Eine Bewegung allein reicht nicht.

Erst Aktion und Reaktion erzeugen gemeinsam die Wirkung.

Wenn der eine Darsteller zuschlägt, muss der andere im exakt passenden Moment reagieren. Dazu kommen Körperbewegung, Gesichtsausdruck und gegebenenfalls Geräusche, die später die Wirkung zusätzlich verstärken.

Was im fertigen Film vielleicht nur zwei Sekunden dauert, muss deshalb wiederholt und präzise abgestimmt werden.

Im Workshop wird genau diese Mechanik nachvollziehbar.

Plötzlich sieht man eine Action-Szene mit anderen Augen.

Aus Übungen wird eine eigene Szene

Der entscheidende Unterschied zu einem reinen Stunt-Schnupperkurs kommt anschließend.

Die Teilnehmer entwickeln in Zweierteams eine eigene Szene.

Und die besteht nicht ausschließlich aus Schlägen.

Dialog und Schauspiel gehören ebenfalls dazu.

Das ist wichtig, denn eine gute Actionszene braucht einen Kontext. Zwei Figuren stehen nicht einfach vor einer Kamera und beginnen grundlos mit einer Kampfchoreografie.

Es entsteht eine kleine filmische Situation.

Die zuvor trainierten Bewegungen werden darin eingebaut und zu einer zusammenhängenden Szene entwickelt.

Damit bekommt jeder Teilnehmer eine eigene Rolle.

Dann läuft die Kamera

Am zweiten Workshop-Tag wird aus der Choreografie ein Filmdreh.

Die erarbeitete Szene wird unter professionellen Bedingungen vor der Kamera umgesetzt.

Jetzt zeigt sich, ob das Training funktioniert.

Bewegungen müssen reproduzierbar sein, Positionen stimmen und die Reaktionen auch dann funktionieren, wenn eine Einstellung wiederholt wird.

Gleichzeitig darf die Szene nicht aussehen, als würden zwei Menschen lediglich eine vorher auswendig gelernte Bewegungsfolge abarbeiten.

Sie muss gespielt werden.

Damit kommt neben der körperlichen Arbeit eine zweite Ebene hinzu: Schauspiel.

Wer bedroht, wütend oder verängstigt wirken soll, muss diese Situation auch darstellen, während im Kopf gleichzeitig die Choreografie läuft.

Das macht Filmkampf anspruchsvoller, als er auf dem Bildschirm wirkt.

Warum eine Szene mehrfach gedreht werden kann

Bei einem professionellen Filmdreh wird eine Actionszene normalerweise nicht einfach einmal aufgenommen.

Unterschiedliche Einstellungen können später im Schnitt miteinander kombiniert werden.

Eine Bewegung muss deshalb gegebenenfalls mehrfach ausgeführt werden.

Und möglichst ähnlich.

Für Stunt- und Action-Darsteller ist diese Wiederholbarkeit besonders wichtig.

Wer bei der ersten Aufnahme den rechten Arm hebt und bei der nächsten plötzlich den linken, produziert spätestens beim Schnitt ein Problem.

Der Workshop vermittelt damit neben dem eigentlichen Filmkampf auch einen Eindruck davon, wie präzise vor einer Kamera gearbeitet werden muss.

Die Kamera ist Teil des Stunts

Ein überzeugender Filmkampf entsteht nicht ausschließlich vor der Kamera.

Auch die Position der Kamera beeinflusst, was der Zuschauer später wahrnimmt.

Ein Schlag, der aus einer Perspektive offensichtlich am Kopf vorbeigeht, kann aus einer anderen Position wie ein direkter Treffer aussehen.

Kamera und Darsteller arbeiten deshalb zusammen.

Das ist einer der spannendsten Aspekte dieses Erlebnisses.

Man lernt nicht einfach ein paar spektakuläre Bewegungen.

Man versteht, wie eine filmische Illusion konstruiert wird.

Das Ergebnis bekommt man später als fertige Filmszene

Nach dem zweiten Tag ist zwar der Dreh abgeschlossen, das endgültige Ergebnis aber noch nicht fertig.

Das Material wird anschließend bearbeitet und geschnitten.

Nach Angaben des Veranstalters erhalten die Teilnehmer ihre fertig geschnittene Szene ungefähr 20 Tage nach dem Workshop.

Das Ergebnis kann unter anderem als Material für ein Showreel genutzt werden.

Für Schauspieler ist das natürlich besonders interessant.

Aber auch wer keinerlei professionelle Ambitionen hat, nimmt etwas ziemlich Ungewöhnliches mit nach Hause:

eine eigene geschnittene Action-Szene.

Nicht ein Handyvideo vom Workshop.

Sondern das Ergebnis des eigentlichen Filmdrehs.

Wer steckt hinter dem Workshop?

Geleitet wird das Format von Robert Kowalewski.

Sein Schwerpunkt liegt auf Schauspiel, Filmkampf und der Arbeit für die Kamera.

Der Workshop verbindet entsprechend mehrere Disziplinen miteinander.

Das unterscheidet ihn von Angeboten, bei denen ausschließlich einzelne Stunttechniken ausprobiert werden.

Hier geht es darum, die Bewegungen tatsächlich in eine filmische Szene einzubauen.

Für Framania ist genau das der interessante Punkt.

Der Stunt endet nicht auf der Trainingsmatte.

Er landet im Film.

Muss man Kampfsport können?

Der Workshop richtet sich nicht ausschließlich an ausgebildete Kampfsportler oder professionelle Stuntleute.

Entscheidend ist vielmehr, dass Bewegungen kontrolliert erlernt und umgesetzt werden.

Gerade beim Filmkampf wäre unkontrollierte Härte sogar kontraproduktiv.

Es geht nicht darum, den Partner tatsächlich zu treffen.

Es geht darum, einen Treffer überzeugend aussehen zu lassen.

Eine gewisse körperliche Belastbarkeit und Bewegungsbereitschaft sollte man für einen zweitägigen Action-Workshop allerdings mitbringen.

Wer gesundheitliche oder körperliche Einschränkungen hat, sollte vor der Buchung mit dem Veranstalter klären, ob eine Teilnahme sinnvoll ist.

Ist das ein Schauspielkurs?

Teilweise.

Aber kein klassischer.

Im Mittelpunkt steht die Verbindung aus Schauspiel und choreografiertem Filmkampf.

Dialoge und Rollen gehören dazu, weil die Kampfsequenz innerhalb einer Szene funktionieren soll.

Gerade Menschen, die noch nie vor einer professionellen Kamera gespielt haben, erleben dadurch gleich mehrere Dinge gleichzeitig:

Sie müssen sich eine Choreografie merken, auf einen Spielpartner reagieren, eine Figur darstellen und dabei berücksichtigen, wo die Kamera steht.

Das kann anspruchsvoll sein.

Es dürfte aber auch genau der Moment sein, in dem aus einer Stuntübung plötzlich Film wird.

Kleine Gruppen

Der Workshop wird mit einer begrenzten Teilnehmerzahl durchgeführt.

Für die veröffentlichten Formate werden kleine Gruppen von ungefähr zehn bis zwölf Personen angegeben.

Das ist bei einem solchen Kurs sinnvoll.

Kampfchoreografien müssen kontrolliert trainiert und korrigiert werden. Beim späteren Dreh benötigt außerdem jedes Team Zeit vor der Kamera.

Ein Massenformat wäre dafür kaum geeignet.

Für wen eignet sich das Erlebnis?

Natürlich ist der Workshop besonders interessant für Schauspieler und Menschen, die vor der Kamera arbeiten möchten.

Aber man muss keine Schauspielkarriere planen, um daran Spaß zu haben.

Wer Filme liebt und einmal wissen möchte, wie Action-Szenen tatsächlich entstehen, bekommt hier einen ungewöhnlich praktischen Einblick.

Auch für Menschen mit Freude an Bewegung, Choreografie und Schauspiel kann das Format spannend sein.

Weniger geeignet ist es für jemanden, der lediglich zuschauen möchte.

Hier muss man selbst vor die Kamera.

Und genau deshalb steht der Workshop in unserer Sammlung.

Preisklasse

€€€

Es handelt sich um einen intensiven zweitägigen Workshop mit Training, Szenenentwicklung und anschließendem Filmdreh.

Der jeweilige aktuelle Teilnehmerpreis sollte direkt für den gewünschten Termin geprüft werden, da Konditionen und Workshopformate wechseln können.

Entscheidend für die Einordnung ist, dass hier nicht nur ein kurzer Stunt ausprobiert wird: Das Angebot erstreckt sich über zwei Tage und beinhaltet die Produktion der eigenen Szene sowie deren anschließende Bearbeitung.

Termine und Buchung

Für Hamburg ist aktuell ein Workshop am 10. und 11. Oktober 2026 veröffentlicht.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Vor der Buchung sollte der aktuelle Terminstand beim Veranstalter geprüft werden. Das gilt insbesondere dann, wenn der Workshop erst mit größerem zeitlichem Abstand geplant wird.

Sicherheit gehört zur Choreografie

Bei Filmstunts soll etwas gefährlich aussehen, ohne unnötig gefährlich ausgeführt zu werden.

Deshalb gehören kontrollierte Bewegungsabläufe und die Abstimmung mit dem Spielpartner zum Kern der Arbeit.

Trotzdem bleibt ein körperlicher Workshop ein körperlicher Workshop.

Anweisungen der Trainer, Sicherheitsregeln und die eigenen körperlichen Grenzen sollten entsprechend ernst genommen werden.

Ein guter Filmkampf zeichnet sich schließlich nicht dadurch aus, dass jemand wirklich getroffen wurde.

Sondern dadurch, dass das Publikum überzeugt ist, es sei passiert.

Warum dieser Workshop in unsere 50 außergewöhnlichen Unternehmungen gehört

Nach einigen unserer handwerklichen Erlebnisse verändert sich hier die Perspektive vollständig.

Diesmal entsteht kein Messer, kein Käse, kein Buch und kein Bier.

Es entsteht eine Illusion.

Zwei Menschen wissen genau, dass ein Schlag vorbeigeht.

Die Kamera weiß es ebenfalls.

Nur der Zuschauer soll es später nicht merken.

Und genau diese Illusion selbst herzustellen, statt sie im Kino einfach zu konsumieren, macht das Erlebnis außergewöhnlich.

Framania-Fazit

Wir sehen Filmkämpfe ständig.

Ein Schlag. Ein Sturz. Eine Reaktion. Schnitt.

Sekunden später ist die Geschichte schon weiter.

Wie genau diese wenigen Sekunden entstanden sind, bleibt normalerweise unsichtbar.

In Hamburg kann man für zwei Tage auf die andere Seite wechseln.

Man trainiert Bewegungen, lernt die Reaktion darauf, stimmt sich mit einem Spielpartner ab und baut daraus eine eigene Szene. Dann kommt die Kamera hinzu.

Und plötzlich zählt nicht mehr nur, was man macht.

Sondern wie es aus einem ganz bestimmten Winkel aussieht.

Das Faszinierende daran ist nicht, möglichst hart zuzuschlagen.

Es ist das Gegenteil.

Der Schlag soll vorbeigehen.

Und trotzdem soll später jeder glauben, er hätte getroffen.

Wenn rund 20 Tage nach dem Workshop die fertig geschnittene Szene kommt, sieht man deshalb nicht nur sich selbst in einem kleinen Actionfilm.

Man kennt jetzt auch den Trick dahinter.

Und war für einen Moment selbst Teil davon.

Adresse & Informationen

Stunt Fight Workshop
Robert Kowalewski
Robert Kowalewski – Stunt Fight Workshop
Telefon: +49 171 972 15 28
E-Mail: stuntfightcoach@gmail.com


Erlebnis: Filmkampf trainieren und selbst in einer Action-Szene spielen
Workshopdauer: 2 Tage
Aktuell veröffentlichter Hamburg-Termin: 10. und 11. Oktober 2026
Inhalte: Filmkampf, Kampfchoreografie, Timing, Reaktionen, Schauspiel und Arbeit vor der Kamera
Eigene Szene: Entwicklung einer Dialog- und Kampfszene im Team
Dreh: Umsetzung der erarbeiteten Szene vor der Kamera
Ergebnis: fertig geschnittene eigene Filmszene
Bereitstellung: laut Veranstalter etwa 20 Tage nach dem Workshop
Gruppengröße: begrenzte kleine Gruppe, je nach Workshop etwa 10 bis 12 Teilnehmer
Vorkenntnisse: keine professionelle Stunt- oder Kampfsportausbildung vorausgesetzt
Körperliche Voraussetzung: Bewegungsbereitschaft und eine für den Workshop ausreichende körperliche Belastbarkeit
Preis: aktuellen Teilnehmerpreis für den jeweiligen Termin prüfen
Buchung: vorherige Anmeldung erforderlich