Ein 335 Meter langes Containerschiff selbst steuern
Hamburg ist einer der größten Hafenstandorte Europas. Containerschiffe gehören hier zum Stadtbild, doch normalerweise erlebt man sie vom Ufer aus. Im Internationalen Maritimen Museum wechselt die Perspektive. Im Schiffsführungssimulator können Besucher selbst versuchen, einen großen Frachter sicher durch das Fahrwasser zu bringen.
Zur Auswahl steht unter anderem ein Containerschiff mit einer Länge von rund 335 Metern. Die virtuelle Fahrt führt auf der Elbe in Richtung Hamburger Hafen. Dabei sitzt man nicht vor einem gewöhnlichen Computerspiel. Der Simulator bildet eine Schiffsbrücke nach und reagiert auf die vorgenommenen Manöver. Auch äußere Bedingungen wie Wind und Seegang können berücksichtigt werden.
Die Dimensionen des Schiffes verändern dabei das Gefühl für Geschwindigkeit und Entfernung. Ein Frachter dieser Größe reagiert anders als ein kleines Boot. Kursänderungen müssen rechtzeitig eingeleitet werden, und selbst vermeintlich großzügige Wasserflächen wirken aus der Perspektive der Schiffsführung plötzlich deutlich enger.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Fahrten werden fachkundig begleitet, sodass auch Besucher ohne Erfahrung in der Seefahrt den Simulator ausprobieren können.
Was ist das Besondere?
Der Schiffsführungssimulator vermittelt einen Bereich der Seefahrt, der normalerweise Berufskapitänen und nautischem Personal vorbehalten ist. Besucher schauen nicht nur auf Instrumente und Technik, sondern übernehmen selbst die Steuerung.
Interessant ist vor allem der Größenmaßstab. Einen 335 Meter langen Containerfrachter durch ein begrenztes Fahrwasser zu manövrieren, verlangt vorausschauendes Handeln. Im Simulator lässt sich unmittelbar beobachten, welche Folgen eine Kursänderung oder ein zu spät begonnenes Manöver hat.
Dass die virtuelle Fahrt ausgerechnet auf der Elbe Richtung Hamburger Hafen führt, gibt dem Erlebnis zusätzlich einen konkreten regionalen Bezug.
Für wen geeignet?
Für Menschen mit Interesse an Schiffen und Seefahrt: Wer sich schon einmal gefragt hat, wie ein großes Containerschiff tatsächlich gesteuert wird, bekommt hier einen ungewöhnlich direkten Einblick.
Für Technikinteressierte: Navigation, Steuerung und die Reaktion eines großen Schiffes lassen sich im Simulator praktisch nachvollziehen.
Für Hamburg Besucher, die den Hafen anders kennenlernen möchten: Statt einer weiteren Hafenrundfahrt bietet der Simulator einen Perspektivwechsel und macht einen Teil der Arbeit auf der Schiffsbrücke selbst erlebbar.
Für Erwachsene und ältere Jugendliche: Das Erlebnis verlangt keine nautischen Kenntnisse, lebt aber davon, sich auf Navigation und Steuerung einzulassen.
Preisklasse: €
Die öffentliche Simulatorfahrt kostet derzeit 5 Euro zusätzlich zum regulären Museumseintritt. Die Fahrten finden zu ausgewählten Terminen statt. Da Plätze und Zeiten begrenzt sein können, sollte der aktuelle Termin vor dem Besuch geprüft werden.
Framania-Fazit
Containerschiffe sieht man in Hamburg an vielen Stellen. Wie langsam ein Schiff dieser Größe auf Steuerbefehle reagiert und wie weit im Voraus ein Manöver geplant werden muss, bleibt vom Ufer aus jedoch abstrakt.
Der Simulator macht genau diesen Unterschied nachvollziehbar. Man übernimmt selbst die Steuerung und merkt schnell, dass 335 Meter Schiffslänge eine andere Form des Navigierens verlangen als ein kleines Boot. Gerade diese praktische Erfahrung macht den Besuch für uns interessanter als eine reine Ausstellung über moderne Seefahrt.
Auf einen Blick
Erlebnis: Schiffsführungssimulator, Containerschiff selbst steuern
Ort: Internationales Maritimes Museum Hamburg
Adresse: Koreastraße 1, 20457 Hamburg
Schiff: Simulation eines rund 335 Meter langen Containerfrachters
Preisklasse: €
Kosten: derzeit 5 Euro zusätzlich zum Museumseintritt
Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Für wen: Schiffsinteressierte, Technikfans, Hamburg Besucher, Erwachsene und ältere Jugendliche
Besonderheit: Einen großen Containerfrachter unter fachkundiger Begleitung selbst durch ein simuliertes Fahrgebiet auf der Elbe manövrieren