Mölln entdecken – mittelalterliche Altstadt, Till Eulenspiegel und die Seen des Herzogtums Lauenburg

Mölln hat ein kleines Problem mit seinem berühmtesten Bewohner: Till Eulenspiegel ist so präsent, dass leicht übersehen wird, wie viel Geschichte hinter ihm liegt.

Wer auf dem Marktplatz steht, befindet sich in einer Stadt, die lange vor der touristischen Vermarktung des Narren wirtschaftlich interessant war. Hier kreuzten sich Handelswege, Salz wurde Richtung Lübeck transportiert, Kaufleute und Handwerker lebten innerhalb einer befestigten Stadtanlage. Mehr als drei Jahrhunderte stand Mölln unter Lübecker Herrschaft. Noch heute stehen rund um den Markt Gebäude aus dieser Zeit.

Dann genügt ein kurzer Spaziergang, und das Bild verändert sich. Hinter der historischen Altstadt liegen Seen, Wald und Wasser. Der Stadtsee reicht beinahe bis an das Zentrum heran, weitere Seen schließen sich an. Genau diese Nähe zwischen mittelalterlicher Stadt und Landschaft ist Möllns eigentliche Besonderheit.

Till Eulenspiegel gehört dazu. Aber er ist nur ein Kapitel.

Der Marktplatz – hier beginnt das alte Mölln

Wer Mölln zum ersten Mal besucht, sollte am historischen Marktplatz beginnen.

Der Platz ist überschaubar und wirkt gerade deshalb geschlossen. Backstein, Fachwerk und die St.-Nicolai-Kirche auf dem Kirchberg bestimmen das Bild.

Hier stehen auch zwei Gebäude, die für das Verständnis der Stadt wichtiger sind als manches Eulenspiegel-Souvenir: das historische Rathaus und der Stadthauptmannshof.

Beide führen unmittelbar in jene Epoche zurück, in der Mölln eng mit Lübeck verbunden war.

Der Markt eignet sich deshalb nicht nur als hübscher Ausgangspunkt für einen Altstadtbummel. Er ist der Ort, an dem sich die mittelalterliche Bedeutung der Stadt am besten ablesen lässt.

Das historische Rathaus – ein erstaunliches Alter für eine kleine Stadt

Das Möllner Rathaus stammt aus dem Jahr 1373.

Damit gehört es zu den ältesten Rathäusern Schleswig-Holsteins. Der gotische Backsteinbau war über Jahrhunderte Verwaltungssitz, Gerichtsort, Handelsplatz und gesellschaftlicher Mittelpunkt.

1475 kam die Gerichtslaube hinzu, von der aus Urteile öffentlich verkündet wurden.

Das Alter des Gebäudes ist bemerkenswert, weil Mölln heute leicht wie eine beschauliche Kleinstadt erscheint.

Im Mittelalter war seine Lage jedoch strategisch und wirtschaftlich interessant. Wer den Marktplatz betrachtet, sollte ihn deshalb nicht mit heutigen Maßstäben beurteilen.

Hier lag ein wichtiger Punkt zwischen Lüneburg, Lübeck, Hamburg und Mecklenburg.

Warum Lübeck Mölln mehr als 300 Jahre beherrschte

1359 verpfändeten die verschuldeten Herzöge von Sachsen-Lauenburg Mölln und die dazugehörige Vogtei an die mächtige Hansestadt Lübeck.

Für Lübeck war Mölln keineswegs irgendeine kleine Stadt im Hinterland.

Es ging um Handelswege.

Die Alte Salzstraße führte von Lüneburg Richtung Lübeck. Andere Verkehrsverbindungen verliefen Richtung Hamburg und Mecklenburg. Wer Mölln kontrollierte, konnte einen strategisch wichtigen Punkt dieses Netzes sichern.

Lübeck ließ deshalb auch die Befestigungsanlagen ausbauen.

Aus der kleinen Stadt wurde eine Art Sicherungsposten an der Salzstraße.

Die Verbindung dauerte 324 Jahre.

Noch heute lässt sich diese Zeit an Rathaus, Stadthauptmannshof und der Struktur der historischen Altstadt nachvollziehen.

Die Alte Salzstraße – als Salz ein kostbares Handelsgut war

Salz klingt heute alltäglich.

Im Mittelalter war es ein wertvolles Handelsgut, insbesondere weil Lebensmittel damit haltbar gemacht werden konnten.

Das Salz aus Lüneburg wurde über Handelswege nach Norden transportiert. Mölln lag an einer dieser bedeutenden Routen.

Mit dem Bau des Stecknitzkanals erhielt diese Verbindung eine zusätzliche Dimension.

Der zwischen 1391 und 1398 entstandene Kanal verband die Stecknitz mit der Delvenau und ermöglichte einen durchgehenden Wasserweg zwischen Elbe und Lübeck.

Damit entstand eine der frühesten künstlichen Wasserstraßen Europas.

Für Mölln bedeutete das: Die Stadt lag nicht mehr nur an wichtigen Landwegen, sondern auch an einer bedeutenden Wasserverbindung.

Wer heute durch die ruhige Altstadt geht, sieht davon zunächst wenig. Wirtschaftlich war diese Lage jedoch entscheidend für ihre Entwicklung.

St. Nicolai – über den Dächern der Altstadt

Die St.-Nicolai-Kirche steht erhöht auf dem Kirchberg.

Ihr Bau begann im frühen 13. Jahrhundert, also ungefähr in jener Zeit, in der Mölln Stadtrecht erhielt.

Die Kirche prägt die Silhouette der Altstadt und ist einer der Orte, an denen man die mittelalterliche Stadtstruktur besonders gut wahrnimmt.

Vom Markt führt der Weg hinauf zur Kirche, während sich darunter die Dächer des historischen Zentrums staffeln.

St. Nicolai besitzt aber noch einen zweiten Grund, weshalb Besucher hierherkommen.

An ihrem Turm befindet sich der berühmte Eulenspiegel-Gedenkstein.

Till Eulenspiegel – was ist in Mölln eigentlich historisch belegt?

Bei Till Eulenspiegel beginnt der interessante Teil dort, wo Legende und Geschichte auseinandergehen.

Ob der berühmte Schalk tatsächlich in genau der Form gelebt hat, wie ihn spätere Geschichten darstellen, lässt sich historisch nicht zweifelsfrei belegen.

Möllns Verbindung mit Eulenspiegel ist trotzdem Jahrhunderte alt.

Im frühen Eulenspiegelbuch von 1510/11 wird Mölln als sein letzter Aufenthalts- und Sterbeort genannt. Bereits im 16. Jahrhundert kamen Reisende in die Stadt, um das vermeintliche Grab zu sehen.

Das ist bemerkenswert.

Eulenspiegel ist also keineswegs eine moderne Marketingidee, die irgendwann über Mölln gestülpt wurde. Die Verbindung zwischen Figur und Stadt lässt sich über viele Jahrhunderte zurückverfolgen.

Der Eulenspiegel-Gedenkstein – eine Geschichte hinter der Geschichte

Der Stein an St. Nicolai stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1544.

Der Möllner Rat ließ ihn anfertigen. Als Material wurde die Rückseite einer älteren Marienstele aus Gotländer Kalkstein verwendet.

Die Inschrift behauptet, Eulenspiegel sei hier 1350 begraben worden.

Interessant ist allerdings, dass schon vor dem heutigen Stein ein älterer Grabstein existiert haben soll. Ein Reisender erwähnte ihn bereits 1536.

Damit wird der Gedenkstein selbst zum historischen Dokument.

Er beweist nicht, dass alle Geschichten über Till Eulenspiegel wahr sind.

Er beweist aber, wie lange Menschen bereits nach Mölln kamen, weil sie glaubten, hier seine Spuren zu finden.

Der Eulenspiegel-Brunnen – der bekannteste Fotopunkt

Am Markt begegnet einem Till erneut.

Der Eulenspiegel-Brunnen gehört heute zu den bekanntesten Motiven Möllns. Die Figur hält Eule und Spiegel in den Händen und spielt damit unmittelbar auf den Namen des Narren an.

Der Brunnen ist inzwischen so eng mit der Stadt verbunden, dass kaum ein Rundgang daran vorbeiführt.

Für einen Magazintext ist allerdings interessanter, was rundherum steht.

Rathaus, Kirche, Stadthauptmannshof und historische Bürgerhäuser zeigen, dass Eulenspiegel nicht in einer beliebigen Kulisse platziert wurde.

Seine Geschichte ist in eine tatsächlich alte Stadt eingebettet.

Das Eulenspiegel-Museum – klein, aber am richtigen Ort

Direkt am historischen Markt befindet sich das Eulenspiegel-Museum.

Hier geht es um die literarische Figur, ihre Überlieferung und ihre Wirkungsgeschichte.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt.

Eulenspiegel wurde über Jahrhunderte immer wieder neu interpretiert. Aus dem mittelalterlich-frühneuzeitlichen Schelm wurde Volksheld, Kinderbuchfigur, Theaterstoff und schließlich Identifikationsfigur Möllns.

Wer mit Kindern unterwegs ist oder wissen möchte, warum ausgerechnet diese Figur eine derart lange kulturelle Karriere gemacht hat, bekommt hier den passenden Hintergrund.

Der Stadthauptmannshof – Lübeck mitten in Mölln

Zu den historisch interessantesten Ensembles gehört der Stadthauptmannshof.

Während der Lübecker Herrschaft wurde Mölln durch einen Stadthauptmann verwaltet. Das Gebäudeensemble erinnert unmittelbar an diese politische Abhängigkeit.

Teile stammen aus dem frühen 15. und dem 16. Jahrhundert.

Der Stadthauptmannshof ist deshalb mehr als ein hübsches historisches Gebäude.

Er macht sichtbar, dass Lübecks Einfluss in Mölln nicht abstrakt war. Die Hansestadt war über Jahrhunderte tatsächlich politische Herrin der Stadt.

Wer sich für die Geschichte der Hanse interessiert, bekommt hier eine Perspektive, die über die großen Hansestädte hinausgeht.

Denn Handelsmacht zeigte sich nicht nur in prächtigen Kontorhäusern.

Sie zeigte sich auch darin, Verkehrswege und kleinere Städte zu kontrollieren.

Die Altstadt – klein genug, um sie ohne Plan zu entdecken

Möllns historisches Zentrum ist überschaubar.

Das ist einer seiner Vorzüge.

Rund um Markt, Kirchberg und Hauptstraße lassen sich die wichtigsten historischen Bereiche zu Fuß erreichen. Dazwischen liegen kleinere Straßen, alte Bürgerhäuser und einzelne Fachwerkbauten.

Zwei große Stadtbrände zerstörten Mölln 1391 und 1409 fast vollständig. Einige der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser stammen deshalb aus der Wiederaufbauzeit um 1410.

Das erklärt auch, warum die Altstadt nicht wie ein geschlossenes Freilichtmuseum aus einem einzigen Jahrhundert wirkt.

Sie ist über lange Zeit weitergebaut worden.

Gerade das macht sie glaubwürdig.

Wo kann man in Mölln schön bummeln?

Für einen Stadtbummel ist vor allem der Bereich zwischen Marktplatz und Hauptstraße interessant.

Hier konzentrieren sich Geschäfte, Cafés und Gastronomie.

Mölln ist keine ausgeprägte Einkaufsstadt. Wer große Marken und lange Shoppingmeilen sucht, sollte andere Ziele wählen.

Der Reiz liegt vielmehr darin, Einkaufen und Altstadt miteinander zu verbinden.

Man kann am Markt beginnen, durch die Hauptstraße gehen, zwischendurch in kleinere Geschäfte schauen und anschließend wieder Richtung See oder Kirchberg abbiegen.

Gerade bei einem Tagesausflug funktioniert diese kompakte Struktur gut.

Wo kann man in Mölln essen und Kaffee trinken?

Für einen ersten Besuch ist der Bereich rund um den historischen Markt und entlang der Hauptstraße am sinnvollsten.

Hier liegen Cafés und Restaurants dicht genug beieinander, dass man sich nicht vorab auf einen bestimmten Betrieb festlegen muss.

Wer vor allem Atmosphäre sucht, sollte möglichst nah am Markt bleiben.

Wer nach dem Essen noch spazieren möchte, kann sich dagegen Richtung Stadtsee orientieren.

Die Gastronomie ist nicht der eigentliche Reisegrund für Mölln. Sie ergänzt den Altstadtbesuch.

Und genau so sollte man sie einplanen: nicht als separate kulinarische Destination, sondern als Teil eines Tages zwischen Markt, Geschichte und Wasser.

Vom Marktplatz zum Stadtsee – Möllns stärkster Wechsel

An diesem Punkt verändert sich Mölln.

Nach mittelalterlichem Rathaus, Kirche und engen Straßen steht man überraschend schnell am Wasser.

Der Stadtsee grenzt unmittelbar an das Zentrum.

Das ist einer der Gründe, weshalb Mölln stärker ist als manche hübsche historische Kleinstadt.

Man muss nicht erst ins Auto steigen, um Natur zu erreichen.

Altstadt und Seenlandschaft liegen nebeneinander.

Gerade im Sommer sollte man deshalb nicht nach dem letzten historischen Gebäude umdrehen.

Der zweite Teil des Besuchs beginnt erst am Wasser.

Der Stadtsee – Wasser direkt an der Stadt

Der Stadtsee gehört zur Möllner Seenlandschaft und ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden.

Im 19. Jahrhundert wurde der ursprüngliche Möllner See durch einen Eisenbahndamm geteilt. Daraus entstanden Stadtsee und Ziegelsee.

Heute ist der Stadtsee einer der unmittelbarsten Erholungsräume Möllns.

Spazierwege führen am Wasser entlang, immer wieder öffnen sich Blicke über den See.

Nach der relativ kompakten Altstadt wirkt die Landschaft plötzlich großzügig.

Gerade diese schnelle Veränderung ist reizvoll.

Mölln fühlt sich innerhalb eines Spaziergangs erst wie historische Kleinstadt und wenige Minuten später wie ein Ferienort an einem See an.

Schulsee und Ziegelsee – Mölln besteht nicht aus einem einzigen See

Wer mehr Zeit mitbringt, sollte sich nicht auf den Stadtsee beschränken.

Mölln liegt in einer ausgeprägten Seenlandschaft.

Schulsee und Ziegelsee gehören ebenso dazu wie weitere Gewässer in der Umgebung.

Damit entstehen Möglichkeiten für längere Spaziergänge, Radtouren und Wassersport.

Das verändert auch die sinnvolle Aufenthaltsdauer.

Für die historische Altstadt reichen einige Stunden.

Wer Mölln als Stadt und Landschaft erleben möchte, sollte mindestens einen vollständigen Tag einplanen.

Der Kurpark – Möllns Geschichte als Erholungsort

Mölln entwickelte sich ab dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zunehmend zum Ausflugs- und Erholungsort.

Die Eisenbahn brachte Besucher aus den Großstädten. Seen, Wälder und die Bekanntheit Eulenspiegels machten die Stadt attraktiv.

Später kam die Kurtradition hinzu.

Der Kurpark erinnert an diese Entwicklung.

Heute ist er vor allem ein ruhiger Grünraum zwischen Stadt und Landschaft.

Wer nach Altstadt und Museum eine Pause sucht, findet hier eine völlig andere Atmosphäre als am Marktplatz.

Gut für: Spaziergänge, Ruhe und eine Pause zwischen Stadtbesichtigung und Seenrunde.

Naturparkzentrum Uhlenkolk – wenn aus Stadtbesuch Naturbeobachtung wird

Wer mit Kindern unterwegs ist oder die Landschaft rund um Mölln besser verstehen möchte, sollte den Uhlenkolk kennen.

Das Naturparkzentrum liegt am Rand der Stadt und beschäftigt sich mit den Lebensräumen des Naturparks Lauenburgische Seen.

Wald, Tiere und Umweltbildung stehen im Mittelpunkt.

Für Familien ist das eine sinnvolle Ergänzung zur historischen Altstadt, weil sich der Charakter des Tages vollständig verändert.

Vormittags Rathaus und Eulenspiegel, nachmittags Wald und Tiere – diese Kombination funktioniert in Mölln ausgesprochen gut.

Mölln mit dem Fahrrad – hinaus ins Herzogtum Lauenburg

Die Umgebung eignet sich hervorragend für Radtouren.

Seen, Wälder, kleine Orte und der Elbe-Lübeck-Kanal lassen sich zu unterschiedlichen Strecken kombinieren.

Besonders interessant ist der Kanal.

Er folgt in Teilen jener historischen Verkehrsachse, die bereits der Stecknitzkanal nutzte.

Damit kann eine Radtour sogar die Geschichte des Ortes fortsetzen.

Was im Mittelalter Handelsweg war, ist heute zugleich Freizeitlandschaft.

Wer zwei Tage in Mölln bleibt, sollte deshalb einen Tag für Altstadt und Seen und einen zweiten für Fahrrad oder längere Wanderungen einplanen.

Der Elbe-Lübeck-Kanal – Nachfolger einer mittelalterlichen Wasserstraße

1900 wurde der damalige Elb-Trave-Kanal eröffnet, der heute Elbe-Lübeck-Kanal heißt.

Er ersetzte den mittelalterlichen Stecknitzkanal als moderne Wasserverbindung zwischen Elbe und Lübeck.

Auch diese Entwicklung gab Mölln neue wirtschaftliche Impulse.

Der Hafen florierte, und gleichzeitig veränderte die Industrialisierung langsam das Umfeld der alten Stadt.

Heute eignet sich der Kanal vor allem für Spaziergänge und Fahrradtouren.

Wer seine Geschichte kennt, sieht darin allerdings mehr als eine ruhige Wasserstraße.

Hier lässt sich eine Verkehrsverbindung nachvollziehen, die die Region seit Jahrhunderten geprägt hat.

Wandern rund um Mölln – Seen statt spektakulärer Höhen

Die Landschaft rund um Mölln lebt nicht von dramatischen Aussichtspunkten.

Ihr Reiz entsteht aus Wasser, Wald und wechselnden Uferwegen.

Gerade Menschen, die lieber längere ruhige Spaziergänge als anspruchsvolle Bergtouren unternehmen, finden hier viele Möglichkeiten.

Die Lage im Naturpark Lauenburgische Seen erweitert das Angebot weit über das Stadtgebiet hinaus.

Dadurch eignet sich Mölln auch als Ausgangspunkt für ein ruhiges Wochenende in der Natur.

Mölln vom Wasser aus

In den wärmeren Monaten gehören die Seen zu den wichtigsten Freizeitbereichen.

Je nach Gewässer und aktuellem Angebot sind Bootsfahrten, Paddeln oder andere Wasseraktivitäten möglich.

Wer die Stadt von der Wasserseite erlebt, bekommt einen guten Eindruck davon, wie eng Siedlung und Seen tatsächlich miteinander verbunden sind.

Aktuelle Boots-, Verleih- und Saisonangebote sollte man vor dem Besuch prüfen.

Die Seen selbst sind jedoch kein Zusatzprogramm.

Sie gehören zu Möllns Identität.

Mölln mit Kindern

Für Familien besitzt Mölln einen Vorteil: Man muss nicht entscheiden, ob der Tag Kultur oder Natur enthalten soll.

Beides lässt sich verbinden.

Eulenspiegel ist für Kinder leichter zugänglich als viele klassische historische Persönlichkeiten. Museum, Brunnen und die Geschichten des Narren geben dem Altstadtrundgang einen roten Faden.

Danach bieten Seen, Wald und Uhlenkolk Bewegung.

Gerade für Familien mit Grundschulkindern kann das wesentlich angenehmer sein als ein ganzer Tag mit Kirchen und Museen.

Mölln bei schlechtem Wetter

Bei Regen bleibt die Stadt für einige Stunden interessant.

Das Eulenspiegel-Museum und weitere kulturelle Angebote im historischen Zentrum bieten Alternativen zum Spaziergang. Cafés und Gastronomie liegen in unmittelbarer Nähe.

Für einen ganzen Regentag ist das Angebot allerdings begrenzter als in größeren Städten.

Dann bietet es sich an, Mölln mit weiteren Zielen im Herzogtum Lauenburg oder mit Lübeck zu verbinden.

Bei wechselhaftem Wetter funktioniert die Stadt dagegen gut, weil die Wege kurz sind.

Mölln außerhalb der Hauptsaison

Mölln braucht keinen Hochsommer.

Gerade im Frühjahr und Herbst passen Altstadt, Seen und Wald gut zusammen.

Im Herbst bekommt die bewaldete Umgebung zusätzlichen Reiz, während sich der historische Stadtkern unabhängig von der Jahreszeit besuchen lässt.

Im Winter wird der Naturanteil kleiner, dafür konzentriert sich ein Tagesausflug stärker auf Altstadt, Geschichte und Gastronomie.

Bei Museen, Bootsfahrten und saisonalen Angeboten sollten die jeweiligen Öffnungszeiten vorab geprüft werden.

Lübeck und Ratzeburg – zwei naheliegende Ergänzungen

Wer länger in der Region bleibt, kann Mölln gut mit Lübeck und Ratzeburg verbinden.

Lübeck liefert den historischen Zusammenhang.

Mehr als drei Jahrhunderte lang bestimmte die Hansestadt die Entwicklung Möllns. Wer beide Städte nacheinander besucht, kann nachvollziehen, wie weit Lübecks politischer und wirtschaftlicher Einfluss ins Umland reichte.

Ratzeburg setzt einen anderen Akzent.

Die Inselstadt mit Dom und Ratzeburger See verstärkt das Thema Wasser und Landschaft.

Damit lassen sich drei sehr unterschiedliche Orte zu einer Reise durch das Herzogtum Lauenburg und die angrenzende Hanseregion verbinden.

Für wen eignet sich Mölln?

Mölln eignet sich besonders für Menschen, die historische Kleinstädte mögen, aber nicht den ganzen Tag von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit laufen möchten.

Geschichtsinteressierte finden mit Lübecker Herrschaft, Salzstraße, Stecknitzkanal und mittelalterlicher Stadtstruktur erstaunlich viel Substanz.

Wer Literatur- und Kulturgeschichte mag, kann der jahrhundertealten Eulenspiegel-Tradition nachgehen.

Familien bekommen mit dem Narren einen unkomplizierten Zugang zur Stadtgeschichte und mit Seen, Wald und Uhlenkolk genügend Ausgleich.

Radfahrer und Spaziergänger profitieren von der direkten Nähe zur Landschaft.

Und wer einfach einen ruhigen Wochenendausflug sucht, kann Altstadt, Café, See und Wald verbinden, ohne ständig das Auto zu benötigen.

Für ausgedehntes Shopping oder großes Nachtleben ist Mölln dagegen nicht das richtige Ziel.

Die Stadt funktioniert über kurze Wege und einen langsamen Rhythmus.

Wie viel Zeit sollte man für Mölln einplanen?

Wer nur die historische Altstadt, St. Nicolai, Eulenspiegel und den Markt sehen möchte, kommt mit einem halben Tag aus.

Das wäre allerdings die verkürzte Version von Mölln.

Für einen guten ersten Besuch sollte man einen ganzen Tag einplanen. Dann bleibt neben der Altstadt Zeit für Mittagessen oder Café, einen Spaziergang am Stadtsee und einen Abstecher in den Kurpark.

Zwei Tage sind ideal, wenn zusätzlich Uhlenkolk, eine größere Seenrunde, eine Fahrradtour oder der Elbe-Lübeck-Kanal dazugehören sollen.

Wer Mölln als Ausgangspunkt für das Herzogtum Lauenburg nutzt, kann problemlos länger bleiben.

Framania-Fazit

Natürlich gehört Till Eulenspiegel zu Mölln. Seine Verbindung zur Stadt ist keine moderne Erfindung, sondern seit Jahrhunderten dokumentiert. Schon lange bevor es Stadtmarketing gab, kamen Menschen hierher, um seinen vermeintlichen Grabstein zu sehen.

Trotzdem wäre es schade, Mölln als Eulenspiegel-Kulisse zu behandeln.

Denn die interessantere Geschichte beginnt ein paar Schritte neben dem Brunnen.

Das Rathaus von 1373 erinnert an eine Stadt, die an wichtigen Handelswegen lag. Die mehr als drei Jahrhunderte währende Herrschaft Lübecks erzählt davon, welchen Wert dieser Ort für die mächtige Hansestadt besaß. Die Alte Salzstraße und der Stecknitzkanal verbinden Mölln mit einem europäischen Handelsnetz, in dem Salz, Waren und Geld unterwegs waren. St. Nicolai und der Stadthauptmannshof machen Teile dieser Vergangenheit noch heute sichtbar.

Und dann endet die Altstadt beinahe unvermittelt am Wasser.

Das ist Möllns stärkster Moment.

Man kommt aus einer mittelalterlichen Stadtanlage, läuft wenige Minuten und steht am See. Dahinter folgen weitere Gewässer, Wald und die Landschaft des Herzogtums Lauenburg.

Mölln muss sich deshalb weder als kleine Version Lübecks verkaufen noch ausschließlich hinter Till Eulenspiegel verstecken.

Seine Besonderheit liegt in der ungewöhnlich engen Verbindung von Handelsgeschichte und Landschaft: eine mittelalterlich geprägte Kleinstadt, deren Geschichte von Lübeck, Salz und Wasserwegen bestimmt wurde und die heute unmittelbar in eine Seen- und Waldlandschaft übergeht.

Till Eulenspiegel gibt Mölln sein bekanntestes Gesicht.

Der Grund zu bleiben liegt dahinter.