Museum Schwedenspeicher Stade
Museum Schwedenspeicher Stade
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Museum Schwedenspeicher Stade
Museum Schwedenspeicher Stade
Museum Schwedenspeicher in Stade: Auf den Spuren von Hanse, Handel und alten Schätzen
Wie bedeutend Stade einmal als Handelsstadt war, wird einem im Museum Schwedenspeicher erst richtig bewusst. Wir haben uns dort vor allem die Ausstellung zur Hanse angesehen – und fanden gerade diesen Teil richtig spannend.
Im Mittelpunkt stehen die Handelswege, die Hansestädte und die Waren, die über weite Strecken transportiert wurden. Auf Karten lässt sich verfolgen, wie die Städte miteinander verbunden waren und welche Rolle die Wasserwege dabei spielten. Plötzlich wird verständlich, warum die Lage Stades so wichtig war.
Über die Schwinge bestand die Verbindung zur Elbe und damit weit über die Region hinaus. Im 14. Jahrhundert war Stade ein wichtiger Knotenpunkt im nordeuropäischen Handelsnetz. Am Hafen wurden Waren umgeschlagen, Kaufleute knüpften ihre Verbindungen und der Handel prägte Wirtschaft und Politik der Stadt.
Was wurde in Stade gehandelt?
Auch die Warenwelt der Hanse bekommt im Schwedenspeicher ihren Platz. Bier gehörte zu den Stader Exportgütern. Salz spielte ebenfalls eine wichtige Rolle; die Salzstraße erinnert bis heute an die Handelsverbindung mit Lüneburg. Andere Waren und Gewürze kamen auf dem Seeweg nach Stade.
Uns hat besonders die große Darstellung der Handelswege gefallen. Dort sieht man erst einmal, wie weit dieses Netz reichte und mit wie vielen Orten die Hansestädte verbunden waren. Die Hanse war eben viel mehr als ein Zusammenschluss einiger norddeutscher Hafenstädte.
Bei unserem Besuch ging es auch um Hochprozentiges. Wir durften sogar einen kleinen Schluck Goldwasser probieren. Das war nicht nur wegen der kleinen Goldflitter im Glas interessant – der Schnaps hatte es durchaus in sich. Solche kleinen Erlebnisse machen Geschichte natürlich noch einmal anschaulicher, als wenn man ausschließlich vor einer Vitrine steht.
Stade war eine echte Handelsstadt
Das war für uns eine der interessantesten Erkenntnisse des Besuchs. Heute wirkt Stade mit seinen Fachwerkhäusern, den kleinen Gassen und dem historischen Hansehafen fast beschaulich. In der Hansezeit war die Stadt jedoch Teil eines weitreichenden europäischen Handelsnetzes.
Im Museum wird gezeigt, wie Kaufleute ihre Waren transportierten, welche Wege sie nutzten und welche Schwierigkeiten eine solche Reise mit sich brachte. Viele der ausgestellten Originalfunde stammen aus der großen Stader Hafengrabung von 1989. Sie erzählen ganz unmittelbar von dem, was sich hier über Jahrhunderte abgespielt hat.
Stades große Handelszeit hielt allerdings nicht ewig. Im 16. Jahrhundert verlagerte sich immer mehr Elbhandel nach Hamburg. Stade versuchte unter anderem mit der Aufnahme englischer Tuchhändler, der sogenannten Merchant Adventurers, gegenzusteuern. Der Konflikt mit der Hanse eskalierte schließlich: 1601 wurde Stade „verhanst“, also aus der Hanse ausgeschlossen.
Auch diese Entwicklung fanden wir interessant. Das Museum zeigt nicht nur, wie Stade zur Handelsstadt wurde, sondern auch, warum diese Bedeutung später wieder zurückging.
Geschichte zum Anschauen und Ausprobieren
Der Schwedenspeicher ist kein Museum, in dem man sich ausschließlich von Texttafel zu Texttafel bewegt. Karten, Modelle, Illustrationen und interaktive Stationen helfen dabei, die Zusammenhänge zu verstehen. Auf einer ganzen Ausstellungsetage dreht sich alles um die Hanse.
Auch das Gebäude selbst gehört zur Stader Geschichte. Der mächtige Backsteinspeicher am Alten Hafen wurde zwischen 1692 und 1705 als Provianthaus für die schwedische Garnison errichtet. Über Schwinge und Elbe konnten die benötigten Vorräte direkt mit dem Schiff herangebracht werden.
Heute zeigt das Museum auf rund 1.650 Quadratmetern die Stadtgeschichte Stades, die Hansezeit sowie archäologische Funde aus dem Elbe-Weser-Raum.
Unser Fazit: Unbedingt anschauen
Wir fanden den Schwedenspeicher richtig gut, weil wir danach vieles in Stade besser verstanden haben. Wer vorher durch den Hansehafen läuft, sieht einen schönen historischen Hafen. Wer nach dem Museumsbesuch wieder draußen steht, weiß, was hier einmal los war und warum dieser kleine Hafen für Stade so wichtig gewesen ist.
Besonders die alten Handelsrouten, die Hansestädte und die Waren fanden wir spannend. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie vernetzt der Handel schon vor Jahrhunderten war – und welche Rolle Stade dabei gespielt hat.
Für einen Regentag ist der Schwedenspeicher deshalb ein richtig guter Tipp. Wir würden aber auch bei Sonnenschein hineingehen.
Museum Schwedenspeicher
Wasser West 39, 21682 Stade
Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.