Altes Rathaus Buxtehude
Altes Rathaus Buxtehude
Alter Raatssaal Buxtehude
Historisches Rathaus Buxtehude: Ein Ratssaal wie aus einer anderen Zeit
Wir hatten bei unserem Rundgang durch Buxtehude überhaupt nicht erwartet, dass uns ausgerechnet ein Rathaus so in Erinnerung bleiben würde.
Von außen ist das historische Rathaus schon sehenswert. Richtig überrascht waren wir aber, als wir den Ratssaal betraten.
Dunkles Holz, ein großer Kamin, Wandbilder und diese sehr klassische, fast feierliche Atmosphäre – für einen Moment fühlt man sich eher wie in einer historischen Ratskammer oder einem alten Gerichtssaal als mitten in einer heutigen Stadtverwaltung.
Uns hat dieser Raum sofort neugierig gemacht.
Denn wenn man dort steht, kann man sich ziemlich gut vorstellen, welche Bedeutung ein Rathaus früher für eine Stadt hatte.
Hier wurde nicht nur verwaltet
Im Mittelalter war ein Rathaus wesentlich mehr als eine Verwaltungsstelle.
Der städtische Rat regelte die Finanzen, setzte Steuern fest, entschied über politische Angelegenheiten und übte auch Rechtsprechung aus. Gewaltenteilung, wie wir sie heute kennen, gab es in dieser Form noch nicht.
Auch in Buxtehude gehörten neben Bürgermeistern und Kämmerern Gerichtsherren zum Rat.
Das macht den Besuch des Ratssaals für uns so interessant. Man schaut nicht einfach in einen besonders schön ausgestatteten Raum. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie wichtig der Rat einer Stadt früher war und welche Macht sich an einem solchen Ort konzentrierte.
Das mittelalterliche Rathaus gibt es nicht mehr
Ganz so alt wie es sich im Ratssaal anfühlt, ist das heutige Gebäude allerdings nicht.
Bereits 1303 wird in Buxtehude ein Rathaus erwähnt. 1408 entstand ein gotischer Rathausbau, der über Jahrhunderte an dieser Stelle stand.
Dann kam der 14. August 1911.
Bei einem verheerenden Stadtbrand wurde auch das alte Rathaus zerstört. Teile des Inventars und historische Dokumente konnten gerettet werden.
An derselben Stelle entstand anschließend das heutige Rathaus nach Plänen des hannoverschen Architekten Alfred Sasse. 1914 wurde der Neubau fertiggestellt.
Dass der Ratssaal trotzdem so historisch wirkt, ist also kein Zufall. Das neue Rathaus sollte bewusst an die Geschichte und das Selbstverständnis der alten Hansestadt anknüpfen.
Unbedingt einmal in den Ratssaal schauen
Der Ratssaal ist für uns das eigentliche Highlight des Gebäudes.
Zwölf große Wandbilder zeigen Ansichten Buxtehudes und der Region. Am Kamin stehen zwei Figuren, die Gerechtigkeit und Wohltätigkeit verkörpern.
Auch die Kassettendecke lohnt einen zweiten Blick. Sie sieht historisch aus, besteht aber aus Beton – für die Zeit des Rathausneubaus ein modernes Material.
Diese Mischung fanden wir spannend. Der Raum wirkt alt und traditionsbewusst, stammt aber aus einer Zeit, in der man historische Formen bereits mit moderneren Baumethoden verbunden hat.
Wenn man mitten im Saal steht, braucht es trotzdem nicht viel Fantasie, um sich eine Ratsversammlung früherer Zeiten vorzustellen.
Genau dieses Gefühl ist bei uns hängen geblieben.
Hase, Igel und ein Blick auf das alte Buxtehude
Auch außerhalb des Ratssaals erzählt das Rathaus kleine Geschichten.
Am Eingangsportal begegnen einem beispielsweise Hase und Igel – die beiden Figuren, die wohl jeder mit Buxtehude verbindet. Außerdem finden sich eine Glocke und ein Hund als Anspielung auf die alte Redensart von den Buxtehuder Hunden, die mit dem Schwanz bellen.
Wer genau hinschaut, entdeckt am Gebäude noch weitere Details.
Das Rathaus ist deshalb kein Ort, den wir bei einem Altstadtrundgang einfach nur von außen fotografieren würden.
Man sollte hineingehen.
Unser Schietwetter-Tipp für Buxtehude
Gerade bei schlechtem Wetter lässt sich das historische Rathaus gut in einen Buxtehude-Tag einbauen.
Am schönsten ist es natürlich, wenn man den Ratssaal im Rahmen einer Führung besichtigen kann. Dann erschließt sich vieles, an dem man sonst vielleicht einfach vorbeischauen würde.
Wer den Saal sehen möchte, sollte vorher prüfen, ob er am gewünschten Tag zugänglich ist. Er wird weiterhin für Veranstaltungen und andere offizielle Zwecke genutzt und ist deshalb nicht zwangsläufig jederzeit zu besichtigen.
Für wen lohnt sich der Besuch?
Für Geschichtsinteressierte: Unbedingt. Die Geschichte von mittelalterlicher Stadtverwaltung, Rechtsprechung, Stadtbrand und Wiederaufbau lässt sich hier an einem einzigen Ort erzählen.
Für Architekturfreunde: Besonders der Ratssaal und die vielen Details des Gebäudes sind sehenswert.
Für Familien mit größeren Kindern: Interessant, wenn man Geschichte nicht nur lesen, sondern an einem echten Ort nachvollziehen möchte.
Für Schietwettertage: Eine schöne Ergänzung zu Museum, Café und anderen Indoor-Zielen in Buxtehude.
Das Besondere: Der prächtige Ratssaal vermittelt noch heute etwas von der Bedeutung, die Rat, Rechtsprechung und städtische Selbstverwaltung früher hatten.
Unser Framania-Fazit
Den Ratssaal würden wir bei einem Besuch in Buxtehude nicht auslassen.
Uns hat vor allem diese besondere Atmosphäre gefallen. Man steht dort und beginnt automatisch darüber nachzudenken, wie Männer vor Jahrhunderten zusammensaßen, berieten, Recht sprachen und Entscheidungen für ihre Stadt trafen.
Der heutige Saal stammt zwar erst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Trotzdem trägt er die viel ältere Geschichte dieses Ortes weiter.
Und genau deshalb fanden wir ihn so sehenswert.
Wer durch Buxtehude läuft, sollte das historische Rathaus also nicht nur von außen betrachten. Wenn sich die Gelegenheit ergibt: hineingehen und den Ratssaal ansehen.
Für uns gehört er zu den historischen Orten der Stadt, die man einmal von innen gesehen haben sollte.
Historisches Rathaus Buxtehude
Breite Straße 2
21614 Buxtehude
Da der Ratssaal nicht zwangsläufig jederzeit zugänglich ist, empfiehlt es sich, die Besichtigungsmöglichkeit vorab bei der Tourist-Information beziehungsweise im Rahmen einer Stadtführung zu prüfen.