Fabian Stackmann Kaufhaus Stackmann Buxtehude
Fabian Stackmann Kaufhaus Stackmann Buxtehude
Fabian Stackmann: Familientradition mit neuen Ideen
Wer Fabian Stackmann durch das Buxtehuder Familienunternehmen begleitet, merkt ziemlich schnell, dass er Einkaufen anders versteht als bloß Ware verkaufen.
Wir haben ihn bei unserem Besuch als ausgesprochen offenen, freundlichen und nahbaren Menschen kennengelernt. Er nahm sich Zeit, führte uns durch die verschiedenen Bereiche und erklärte uns, warum sich bei Stackmann immer wieder etwas verändert.
Dabei ging es erstaunlich wenig ums Verkaufen.
Viel häufiger ging es um Menschen.
Um Beratung, Wünsche, neue Ideen und darum, dass Kunden gerne kommen und sich im Haus wohlfühlen sollen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Fabian Stackmann für uns ein besonderes Nordlicht ist.
Die vierte Generation
Fabian Stackmann ist der Urenkel von Ernst Stackmann, der das Familienunternehmen 1919 gemeinsam mit seiner Frau Else in Buxtehude gründete.
Dass der Urenkel irgendwann die Verantwortung übernehmen würde, war allerdings nicht von Anfang an ausgemacht.
Nach dem Abitur verließ Fabian Stackmann Buxtehude. Er studierte Betriebswirtschaft und arbeitete anschließend bei verschiedenen Unternehmen der Modebranche. Die Entscheidung für das eigene Familienunternehmen entwickelte sich erst mit der Zeit.
2019 kehrte er nach Buxtehude zurück und stieg in die Geschäftsführung ein.
Damit übernahm die vierte Generation Verantwortung für ein Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt bereits 100 Jahre alt war.
Tradition allein reicht ihm nicht
Wer bei einem solchen Familienunternehmen nur an Bewahren denkt, liegt bei Fabian Stackmann ziemlich falsch.
Er schaut sich andere Häuser an, sucht nach Ideen und probiert neue Konzepte aus. Und wenn etwas bei den eigenen Kunden nicht funktioniert, wird es eben wieder verändert.
Diese Offenheit fanden wir interessant.
Denn bei Stackmann treffen heute eine mehr als hundertjährige Unternehmensgeschichte und ausgesprochen moderne Ideen aufeinander: neue Marken- und Themenwelten, Gastronomie, Veranstaltungen, Pop-ups, digitale Angebote und technische Lösungen.
Stillstand scheint nicht zum Konzept zu gehören.
Fabian Stackmann beschreibt selbst, dass sich sein Haus immer wieder neu erfinden müsse.
Der Kunde soll nicht einfach eine Nummer sein
Bei unserem Besuch war das einer der Punkte, die uns besonders aufgefallen sind.
Fabian Stackmann sprach über seine Kunden nicht wie über eine anonyme Masse von Konsumenten.
Er möchte wissen, was Menschen suchen und was sie sich wünschen. Kundenreaktionen fließen in Entscheidungen ein, neue Ideen werden ausprobiert und Angebote verändert, wenn sie nicht angenommen werden.
Man bekommt den Eindruck: Die Menschen, die hier einkaufen, sollen ein Stück weit mitbestimmen, wie sich das Haus entwickelt.
Das klassische „Der Kunde ist König“ klingt heute vielleicht ein bisschen aus der Zeit gefallen.
Bei Stackmann haben wir aber ziemlich genau das erlebt.
Einkaufen soll Freude machen
Auch deshalb geht es Fabian Stackmann um mehr als die nächste verkaufte Jacke.
Er spricht öffentlich von Begeisterung, Emotionen, Events und Kundenglück.
Das klingt zunächst groß. Wenn man durch das Haus geht, versteht man besser, was damit gemeint ist.
Menschen sollen nicht gestresst möglichst schnell ihre Einkäufe erledigen und wieder verschwinden. Sie sollen stöbern, sich beraten lassen, etwas essen, Neues entdecken oder eine Veranstaltung besuchen können.
Mal entsteht ein Pop-up, mal gibt es einen besonderen Themenabend, eine Lesung oder eine andere Aktion.
Nicht jede Idee bleibt für immer.
Das muss sie auch nicht.
Entscheidend ist offenbar, dass sich das Haus weiterbewegt.
Persönliche Beratung in Zeiten des Onlinehandels
Natürlich weiß auch Fabian Stackmann, dass sich der Einzelhandel verändert hat.
Nahezu jedes Produkt lässt sich heute vom Sofa aus bestellen. Viele Sortimente sind online innerhalb weniger Sekunden vergleichbar.
Was ein stationäres Geschäft dagegen setzen kann, sind Dinge, die sich schwer in einen Warenkorb packen lassen.
Beratung gehört dazu.
Aufmerksamkeit auch.
Und das Gefühl, willkommen zu sein.
Fabian Stackmann hält guten Service für so wichtig, dass er öffentlich sogar die Frage gestellt hat, warum hervorragende Beratung im Einzelhandel eigentlich nicht ähnlich mit Trinkgeld honoriert wird wie guter Service in der Gastronomie.
Dahinter steckt ein interessanter Gedanke: Wenn das gleiche Produkt auch online erhältlich ist, bekommt die Arbeit des Menschen vor Ort einen eigenen Wert.
Technik darf trotzdem dazugehören
Persönlicher Service bedeutet bei Stackmann nicht, moderne Technik abzulehnen.
Ganz im Gegenteil.
Auch Automatisierung wird ausprobiert. Bei unserem Besuch begegnete uns beispielsweise der Serviceroboter in der Gastronomie.
Fabian Stackmann sieht darin keinen Widerspruch.
Technik kann Aufgaben übernehmen und Abläufe erleichtern. Die gewonnene Zeit kann wiederum dort eingesetzt werden, wo Menschen gebraucht werden: beim Gast und beim Kunden.
Für uns ist das eine ziemlich zeitgemäße Interpretation eines traditionellen Familienunternehmens.
Verantwortung endet nicht an der Ladentür
Fabian Stackmann beschäftigt sich außerdem mit der Zukunft der Buxtehuder Innenstadt.
Das ist nachvollziehbar. Ein großes Kaufhaus funktioniert schließlich nicht losgelöst von seiner Umgebung. Wenn eine Innenstadt an Attraktivität verliert, betrifft das auch den Handel.
Umgekehrt zieht ein Haus wie Stackmann Menschen nach Buxtehude.
Deshalb sieht er sein Unternehmen selbst als lokalen Handelsakteur mit einer Verantwortung, die über die eigenen Türen hinausgeht.
Auch technisch wurde in den vergangenen Jahren investiert. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Geothermie, Wärmepumpen, Photovoltaik, LED-Technik und Wärmerückgewinnung, um den Energieverbrauch der großen Flächen zu reduzieren.
Tradition und Zukunft werden hier also nicht als Gegensätze behandelt.
Ein besonderes Nordlicht
Für unsere Nordlichter suchen wir Menschen, bei denen wir nach einer Begegnung eine Geschichte mitnehmen.
Bei Fabian Stackmann war es diese Verbindung aus Herkunft und Veränderungswillen.
Er hätte ein hundert Jahre altes Familienunternehmen einfach möglichst unverändert weiterführen können.
Stattdessen probiert er aus.
Manches funktioniert, anderes nicht. Kunden reagieren, das Team lernt daraus und die nächste Idee entsteht.
Trotz aller Veränderungen bleibt aber etwas erstaunlich klassisch: der persönliche Kontakt.
Genau den haben wir bei unserem Besuch selbst erlebt.
Unser Framania-Fazit
Fabian Stackmann hat uns nicht deshalb beeindruckt, weil er ein großes Kaufhaus führt.
Uns hat gefallen, wie er es führt.
Nahbar, neugierig und mit einem ziemlich klaren Blick darauf, dass ein Geschäft ohne seine Kunden nur eine Verkaufsfläche wäre.
Wir wurden durch das Haus geführt, konnten Fragen stellen und hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einfach schnell durch ein Verkaufsgespräch geschleust zu werden.
Das passte zu dem, was Fabian Stackmann selbst über modernen Einzelhandel sagt.
Menschen sollen gerne kommen.
Sie sollen sich beraten lassen können, Neues entdecken und im besten Fall mit guter Laune wieder nach Hause gehen.
Sein Urgroßvater eröffnete 1919 sein Geschäft in Buxtehude.
Mehr als 100 Jahre später führt Fabian Stackmann diese Geschichte in vierter Generation weiter.
Nicht indem er versucht, das Einkaufen von früher zu konservieren.
Sondern indem er das Persönliche daraus mitnimmt und immer wieder überlegt, wie Einkaufen heute Freude machen kann.
Fabian Stackmann
Geschäftsführung Stackmann
Lange Straße 39–45
21614 Buxtehude